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Thomas Barth

CDU 25.01.2024 Sitzungen 18/58

– Das wär’s. Herr Präsident, meine Damen und Herren! Liebe Frau Müller, es ist schön, dass Sie das alles schon machen, aber es scheint einfach nicht zu reichen; denn schon seit Jahren kommt unser Bundesland bei Bildungsstudien über mittlere Plätze – mit Ausnahme von Englisch – nicht hinaus. Englisch bringt aber nun einmal in der Grundbildung, da unsere Arbeitsund Umgangssprache Deutsch ist, erst einmal wenig. Ob IGLU, IQB, PISA, sie alle vermitteln das gleiche Bild. Unsere Schülerinnen und Schüler verfehlen gerade dort Mindeststandards im Lesen, Zuhören und Rechtschreiben. Besorgniserregend sind auch die Ergebnisse für Neuntklässler, die die Fraktion der FREIEN WÄHLER dazu veranlasst haben, diesen, wie ich finde, wichtigen und unterstützenswerten Antrag zu stellen. Immer mehr Schüler in unserem Land haben Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, und auch diese Zahlen wurden genannt. Ich will es nur noch einmal konkretisieren. Im Bereich der Rechtschreibung erreicht mehr als jeder Fünfte nicht einmal den Mindeststandard für den mittleren Schulabschluss. Rund 37 % der Schülerinnen und Schüler verfehlen die Mindeststandards im Zuhören und mehr als 36 % im Lesen. Das Schlimme daran: Das sinkende Kompetenzniveau hat sich in den letzten Jahren verstetigt, ein Abwärtstrend, der die Bildungschancen unserer Kinder gefährdet, ein Trend, der uns umtreibt – umtreiben muss – und fragen lässt, wie sich dieser stoppen und umkehren lässt. Wir haben es heute Morgen schon gehört, heute Mittag besprochen, Sprache ist der Schlüssel zur Welt. Sie ist die entscheidende Voraussetzung für Lebens- und Arbeitschancen in Deutschland. Wer die Sprache nicht richtig beherrscht, sie nicht lesen, nicht schreiben kann, wird es später schwer haben und nicht mehr aufholen können. Dort wie nirgendwo anders gilt der Grundsatz: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Die nachlassende Deutschkompetenz der Schulabgänger hat schwerwiegende Konsequenzen für unseren Wirtschaftsstandort Deutschland, aber auch für ihr eigenes Bildungsniveau und ihre berufliche Zukunft. Sie kennen das alle und wissen, dass Unternehmen seit Jahren vehement beklagen, dass sie ihren Auszubildenden Nachhilfeunterricht geben müssen und deren Bewerbungen vor Rechtschreibfehlern oftmals nur so strotzen. Sie wissen ebenfalls, dass Ausbildungsplätze nicht vergeben werden, weil einfach die Bewerbungen, die vorliegen, rein von den Grundkompetenzen her nicht das vermitteln, was man für selbst einfache Berufe braucht. Meine Damen und Herren, das ist einfach ein Armutszeugnis für unseren Wirtschaftsstandort Deutschland, und das können wir uns auf Dauer nicht leisten. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER) Es reicht daher nicht aus, Programme mit wohlklingenden Namen wie „Lesen macht stark“ oder „Mit Kindern im Gespräch“ – alles wichtig, alles richtig, alles gut – zu starten. Wenn sie aber insgesamt nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen, muss man sich fragen: Woran liegt es, und was müssen wir mehr tun? Deswegen ist auch dafür der Antrag der FREIEN WÄHLER richtig. Fundierte Deutschkenntnisse sind der Schlüssel zum Bildungserfolg; denn sie befähigen dazu, schulische Lerninhalte, schulische Abläufe zu verstehen, das Erlernte zu wiederholen, Bildungsziele zu erreichen. Deshalb müssen wir der Förderung des Deutschen als Unterrichtssprache und den Grundkompetenzen Lesen, Zuhören und Rechtschreiben mehr Gewicht beimessen. (Beifall bei der CDU) Diese Kompetenzen müssen von Beginn an gelernt und gestärkt, Defizite frühzeitig erkannt und behoben werden. Eine Förderung sollte demnach möglichst früh erfolgen, vielleicht schon ab dem Kindergarten. Wir als CDU haben da schon eine Reihe von Vorschlägen gemacht, die allesamt bislang abgelehnt wurden. (Abg. Sven Teuber, SPD: Nein, die wurden schon erfüllt!) Vor allen Dingen ein konsequentes Mehr an Deutschunterricht an den Grundschulen ist absolut notwendig, und da wird sich zeigen, inwieweit die von der Landesregierung angekündigte Erhöhung der Stundentafel im Primarbereich ausreichend ist. Wir müssen aber auch gerade die weiterführenden Schulen in den Blick nehmen. Deswegen – ich sage es ein drittes und letztes Mal – unterstützen wir den Antrag der FREIEN WÄHLER mit ihrer Forderung, über den NeunPunkte-Plan des Bildungsministeriums hinaus auch ein Maßnahmenpaket für die Sekundarstufe I zu erarbeiten. Wichtig ist, dass solche Programme, die zur Kompetenzentwicklung und Förderung beitragen sollen, regelmäßig evaluiert werden. Das ist von entscheidender Bedeutung, um festzustellen, ob diese überhaupt greifen, ob diese auch bei den Adressaten, den Schülerinnen und Schülern, greifen und die gewünschten Lernerfolge erzielen. Stichwort „Diagnostik und Förderung“: Da zeigt Hamburg tatsächlich, wie es geht und dass es geht. Das könnte ein Weg für uns sein. Nur so sichern wir die Zukunftschancen unserer Kinder. Vielen herzlichen Dank. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER)

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