Johannes Zehfuß
Vielen Dank. – Ich belehre ungern, aber manchmal muss es sein. Es kann natürlich sein, dass diese Bücher, die ich gelesen habe, alle lügen. „Mein Kampf“ war nicht dabei. (Abg. Joachim Paul, AfD: Peinlich!) 1846 und 1847: Jeder hier erinnert sich an die große irische Hungerkatastrophe. Die hatten wir genauso in Deutschland. Das war die Ursache der Revolution von 1848. Lesen Sie das nach. In Berlin gab es Hungerrevolution. Es gab Hungeraufstände. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) – Wenn Sie es lauter brauchen, können Sie es lauter bekommen. Das ist kein Problem. (Beifall der CDU, der FDP und bei den FREIEN WÄHLERN) Es gab Hungeraufstände mit mehreren Toten, und das war dem Hunger geschuldet, nicht dem politischen Aufbegehren. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) – Wir reden von Ernährungssicherheit. Wir sind so stolz, dass wir hier in einem Garten Eden leben, bei dem man fast sagen kann, in dem Milch und Honig fließen. 1852: Ich habe gerade die irische Katastrophe mit Millionen von Auswanderern geschildert. Da sind wir auch wieder bei einem sehr interessanten Thema. Ich darf Ihnen sagen, in diesen Zeiträumen sind aus meiner Heimat, aus dem prosperierenden Rheingraben, der heute vor Wohlstand und vor wirtschaftlicher Stärke kaum mehr laufen kann, prozentual mehr Menschen als damals aus Irland ausgewandert. 1852: – – (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) – Lassen Sie mich doch einmal reden. – – Gemeinderatsbeschluss der Gemeinde Otterstadt bei Speyer. Sie hat ein Darlehen von 7.500 Gulden mit einem Eigenkapital von 3.000 Gulden aufgenommen, um 37 Familien mit 204 Personen nach Amerika auszuschiffen, und zwar vor dem Hintergrund, dass sie in Otterstadt nicht verhungern. So viel zur Leistung der heutigen Landwirtschaft und dazu, wozu sie fähig ist, wenn man sie lässt. (Beifall der CDU sowie der Abg. Marco Weber, FDP, und Helge Schwab, FREIE WÄHLER) Flüchtlingsproblematiken sind immer Hungerproblematiken. Wenn Sie damals die Ortszahl und die Jahreszahl weglassen und das aufeinanderlegen, ist das wie eine Blaupause. Wenn wir also Flüchtlingsströme verhindern und positiv bekämpfen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass die Nahrungsmittelversorgung und die wirtschaftliche Versorgung in den Ursprungsländern in Ordnung ist. (Beifall der CDU und der FDP – Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Herr Becht, ich bin mit Ihnen einer Meinung, dass freier Handel und Warenaustausch die beste Grundlage unseres Wohlstands sind. Die Geschichte, dass eine Verteuerung des Diesels die Innovationskraft der Landwirtschaft erhöht, kann ich nicht ganz glauben. Ich zitiere noch einmal: Für 7 t Rüben pro Hektar wurden vor 30 Jahren 100 l Diesel gebraucht. Heute brauchen wir für 15 t Zucker 80 l Diesel. – Das ist eine Effizienzfaktorsteigerung von drei. (Glocke der Präsidentin) Dazu hat aber nicht die Dieselölerhöhung der Bundesregierung beigetragen.
