Gerd Schreiner
Frau Präsidentin Schmitt, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir sind uns doch einig: Wir wollen Freiflächen-PV, vor allen Dingen zum Beispiel auf Industriebrachen. Also, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, Frau Kollegin Eder, aber viele Schwalben würden dann schon einen Sommer machen. Nein, weil wir vorhin die Diskussion darüber hatten, ich denke an eine ganz bestimmte Industriebrache in Mülheim-Kärlich. Die ist nicht riesig, aber 10 Hektar sind das schon, würde ich einmal sagen. Wenn ich mir jetzt überlege, man würde auf 1 Hektar ungefähr 1 Gigawattstunde Strom erzeugen – das ist bei Freiflächen-PV realistisch –, (Zurufe von der SPD: Megawatt, nicht Gigawatt! Vorsicht, Megawatt!) dann könnten an dieser Stelle endlich 10 Gigawattstunden Strom erzeugt werden. (Weitere Zurufe von der SPD: Nein, Megawattstunden!) – 10 Gigawattstunden! (Abg. Nico Steinbach, SPD: Megawatt!) Also, es wäre doch wunderbar, wenn auf dieser Freifläche, auf dieser Industriebrache Strom erzeugt werden könnte. Da es mir aber sehr wichtig war, was Herr Kollege Weber gesagt hat, möchte ich gerne auch noch etwas zum Thema „Agri-PV“ sagen. Lieber Herr Kollege Weber, Agri-PV ist gut. Sie ist dann gut, wenn sie gut für die Kultur ist, die darunter wächst. Wenn ich eine empfindliche Kultur habe, die die Sonne nicht verträgt, die den Hagel nicht verträgt, wenn ich mehr, bessere und gesündere Lebensmittel erzeugen kann, weil ich obendrüber eine PV-Anlage mache, dann ist das richtig, richtig gut. Agri-PV ist dann schlecht, wenn sie schlecht ist für die Kultur. Agri-PV ist dann vor allen Dingen schlecht, wenn wir gute Böden – Sie haben es angesprochen –, die wir dringend brauchen, um regionale Lebensmittel zu erzeugen – angesichts des Klimawandels und der Kriege in der Welt werden wir regional mehr Lebensmittel erzeugen –, nicht mehr nutzen können. Agri-PV ist dann schlecht, wenn wertvolle Flächen wegen dieser Anlagen aus der Nutzung genommen werden. (Zuruf des Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Deshalb war und ist unser Vorschlag, dass wir in allererster Linie über bebaute Flächen reden müssen, über Dächer, über Parkplätze. Wir haben es gerade angesprochen: Dieses Haus, unser rheinland-pfälzischer Landtag, ist optimal ausgerichtet. Ost-West-Ausrichtung, morgens scheint die Sonne auf die Rheinseite des Dachs, nachmittags scheint die Sonne auf die Stadtseite des Dachs. (Glocke der Präsidentin) Wie viel Strom und Energie wir nachhaltig erzeugen könnten für uns und für die Stadt. Vielen Dank. (Beifall der CDU)
