Martin Louis Schmidt
Sehr geehrter Präsident, werte Kollegen! Die einst weltweit hochgeachtete Bildungsnation Deutschland und mit ihr Rheinland-Pfalz stürzt immer tiefer in eine verhängnisvolle Bildungsmisere hinein, (Abg. Sven Teuber, SPD: Ja, das sieht man!) und das mit langem Vorlauf beginnend ab der Studentenrevolte von 1968 und anschließender radikal linker Kulturrevolution. Das jetzige neuerliche PISA-Desaster war voraussehbar. Es vor allem als Folge von Geldmangel oder gar Schulschließungen, Fernunterricht und sozialer Isolationen infolge der Corona-Zwangsmaßnahmen hinzustellen, greift viel zu kurz. Die Gründe liegen tiefer, nicht zuletzt in einer unzureichenden Unterstützung von Familien und der schleichenden Erosion familiärer Bindung und Erziehungsleistungen zugunsten immer ausgedehnterer Fremdbetreuung in Kita und Schule. Diese von einem unverkennbaren Hang zum Kollektivismus getriebenen gesellschaftlichen Veränderungen verbinden sich mit einem politisch gewollten Strukturwandel weg vom tradierten Erfolgsmodell eines nach Neigung, Eignung und Fähigkeiten gegliederten Schulsystems hin zu immer stärkerer Uniformität, Zentralisierung und Noteninflation. Dabei bräuchten wir heute mehr denn je eine spezifizierte Bildungslandschaft mit Gymnasien, die wieder zu einem Abitur als Ausweis echter Studierfähigkeit hinführen, mit Realschulen, die neuerlich ihrem einstigen guten Ruf gerecht werden, und mit einer praxisorientierten dritten Schulart, die durch ihre enge Verzahnung mit Handwerk und Gewerbe die realen Ausbildungsbedarfe bedient. Nicht zu vergessen sind außerdem unsere bewährten Förderschulen. Darüber hinaus stehen bei der Ursachenforschung für die immer schlechteren Lernleistungen hiesiger Schüler zwei große weiße Elefanten im Raum. Zum einen die Folgen der jahrelangen unregulierten Massenmigration mit einer großen Zahl an Schülern, die dem Unterricht schon aufgrund mangelhafter Deutschkenntnisse häufig gar nicht oder nur teilweise folgen können. (Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Mein Gott!) Der zweite große weiße Elefant offenbart sich schon in der Tatsache, dass die neueste PISA-Studie auch international einen nie dagewesenen Leistungsabfall verzeichnet. Die Zusammenhänge mit den Folgen einer exzessiven Digitalisierung und vor allem Frühdigitalisierung liegen auf der Hand. Sie haben weitreichende Konsequenz für die Lesekompetenz, für Textverständnis und Rechtschreibung, aber auch für Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer und das Sozialverhalten. Laut Angaben der Kaufmännischen Krankenkasse wurde nach Auswertung der Versichertendaten im Jahr 2022 bei fast jedem zwölften Kind eine Sprachund Sprechstörung diagnostiziert. Das war im Jahr 2012 noch bei jedem achtzehnten Kind der Fall. Ursache seien zum einen die Kindergartenschließungen im Rahmen der Corona-Pandemie. Zum anderen würde im Elternhaus selbst bei den Mahlzeiten seltener miteinander gesprochen. Auch vorgelesen wurde weniger, so die Krankenkasse. Stattdessen erlaubten Eltern die intensive Nutzung von Smartphone und Tablet. (Glocke des Präsidenten) Darunter leidet der Spracherwerb. Viele Kinder könnten daher Wörter nicht richtig aussprechen, oder sie kennen sie gar nicht. Auch ein falscher Satzbau sei häufiger festgestellt worden. (Glocke des Präsidenten)
