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Michael Hüttner

SPD 08.11.2023 Sitzungen 18/53

Wahnsinn!) Bei einer Kleinen Anfrage von mir und Abgeordnetem Wefelscheid interessierte uns, wie Rheinland-Pfalz in diesem Bereich dasteht. Gute Nachrichten konnten wir hier lesen, Rheinland-Pfalz konnte seine Bewertung im gameBranchenbarometer in den letzten zwei Jahren um zwei Plätze und damit auf den siebten Platz unter den 16 Bundesländern verbessern. Ansonsten laufe alles und vor allem die staatliche Unterstützung in Form der Medienförderung hervorragend, so Staatssekretärin Heike Raab. Was auf den ersten Blick gut klingt, relativiert sich aber, wenn wir uns bewusst machen, nur 5 % des Umsatzes der Games-Branche in Deutschland geht überhaupt auf in Deutschland produzierte Spiele zurück. Doch es gibt Entwicklungspotenzial auch hier in Rheinland-Pfalz. An sechs Standorten kann man hier gamesrelevante Studiengänge belegen. Die besten Studienangebote in unserem Land nutzen uns aber wenig, wenn sich die Absolventen und Unternehmen gegen den Verbleib und das Arbeiten in unserem Land entscheiden. Überproportional viele dieser Fachkräfte verlassen Rheinland-Pfalz nach dem Abschluss in Richtung Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern oder Berlin; denn dort gibt es viel höhere Fördermittel, besser personalisierte Beratungsnetzwerke und einen größeren Fokus der Politik auf die Entwicklung der Branche. Förderung und Beratung sind aber dringend notwendig, um mit anderen Ländern auf der Welt mithalten zu können. Produktionskosten, Steuern, Grundversorgungs- und Personalkosten sind bei uns sehr hoch, im Vergleich zu europäischen Nachbarländern um 30 % höher. (Zuruf des Abg. Marco Weber, FDP) Bei der Förderung sieht es dürftig aus. In Rheinland-Pfalz betrug die Medienförderung für Games letztes Jahr 230.000 Euro. In anderen Bundesländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen stehen hingegen einstellige Millionenbeträge zur Verfügung. Wenn wir aber den Standort Rheinland-Pfalz weiterentwickeln wollen, muss die Förderung den Anforderungen des Markts entsprechend angepasst werden; denn Fakt ist, dass die zu knapp bemessene Förderung derzeit zur Unterfinanzierung von Projekten und Lohndumping führt, weshalb fähige Köpfe erst recht auf andere Standorte ausweichen. Zudem ist gerade die Games-Branche auf die Attraktivität des Standorts auch für Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um so internationales Know-how anzuwerben und mit der weltweiten Konkurrenz Schritt halten zu können. Was ist nun aber konkret zu tun? – Zunächst ist die Medienförderung finanziell und personell aufzustocken, Events für die Branche sind anzubieten und ein kluges Standortmarketing zu entwickeln sowie – Länder wie Hamburg machen es vor – Vernetzung, Vernetzung und nochmals Vernetzung betreiben mit einer hinreichenden personellen Ausstattung des Netzwerks GameUp!. Darüber hinaus sind Programme für Gründer und Start-ups sinnvoll, um die jungen Köpfe nicht an andere Bundesländer oder ins Ausland zu verlieren. Diese Forderungen decken sich mit denen der Branche. Wie ich eingangs in meiner Rede schon sagte, muss ich hier also dem Eigenlob der Landesregierung etwas widersprechen. Die Medienförderung war ein guter Startpunkt – das findet auch der Branchenverband Rheinland-Pfalz –, ist aber dringend auszubauen und weiterzuentwickeln. Den Bürgern zu suggerieren, RheinlandPfalz könnte schon bald als Gaming-Standort mit den Spitzenreitern wie Nordrhein-Westfalen, Hamburg oder Bayern konkurrieren, ist unrealistisch. Die Fördergelder aufzustocken ist zunächst der wirksamste Faktor, der auch eine Multiplikatorenentwicklung entfalten kann, da die Mittel als Eigenmittel gewertet werden und so den Zugang zu besserer Bundesförderung ermöglichen. Die Ideen und Ansätze zur Weiterentwicklung des Gaming-Standorts RheinlandPfalz liegen auf dem Tisch. Der Ball liegt jetzt bei Ministerin Daniela Schmitt und Staatssekretärin Heike Raab. Vielen Dank. (Beifall der FREIEN WÄHLER)

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