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Markus Kropfreiter

SPD 08.11.2023 Sitzungen 18/53

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin gerade noch einmal in mich gegangen. Ich habe die Große Anfrage auch gelesen, aber einen Skandal konnte ich in der Medienförderung Rheinland-Pfalz nicht entdecken. (Abg. Joachim Paul, AfD: Das ist ein weiterer Skandal!) Ich werde mir das aber noch einmal durchlesen, werde noch einmal schauen, ob ich ihn finde. Was ich aber betonen will – das muss ich hier klarstellen –: Die Medienförderung in Rheinland-Pfalz wirkt, weil wir eine passgenaue Medienförderung haben. Das ist ganz, ganz wichtig. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP – Heiterkeit und Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Nach den Anführungen zu der Großen Anfrage ist der Entwicklerstandort Rheinland-Pfalz – das ist sehr wichtig – immer beliebter. Im game-Branchenbarometer hat sich Rheinland-Pfalz in den letzten zwei Jahren um zwei Plätze verbessert und belegt immerhin Platz sieben unter den Ländern. Die sehr positive Standortentwicklung zeigt sich auch daran, dass die Zahl der Entwickler und Publisher gestiegen ist. Letzte Woche hat die Medienanstalt berichtet, dass die fünfte Förderrunde der Medienförderung beendet ist. Insgesamt wurden beachtliche 96 Anträge eingereicht, (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) 67 im Bereich audiovisuelle Werke, zwölf im Games-Bereich und 17 für Stipendien. Das zeigt doch das große Interesse an der Medienförderung. (Abg. Joachim Paul, AfD: Es geht nicht um Interesse!) Ich bin mir sicher, die Vergabejury wird die besten Projekte herausfinden und sich für diese entscheiden. Was ich hierbei betonen will, ist der Rheinland-Pfalz-Effekt. Der RheinlandPfalz-Effekt sagt: Durch einen kulturellen Bezug oder ein wirtschaftliches Interesse in Rheinland-Pfalz kann die Förderung erreicht werden. Ein wirtschaftliches Interesse liegt vor, wenn zum Beispiel 150 % des Zuschusses in Rheinland-Pfalz verwendet werden. Ein kultureller Bezug liegt vor, (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) wenn das Projekt inhaltlich eng mit Rheinland-Pfalz verbunden ist oder der Antragsteller einen Sitz, eine Niederlassung, eine Betriebsstätte in RheinlandPfalz hat. Weiterhin ist es sehr zu begrüßen – das finde ich persönlich sehr wichtig –, dass die Förderrichtlinien der Medienförderung alle drei Jahre fachlich geprüft werden auf Aktualität, Vollständigkeit und – das will ich unterstreichen – die angestrebte Zukunftsorientierung. Ich will betonen, dass diese nach den aktuellen Gegebenheiten und Bedürfnissen der Branche und in Zusammenarbeit mit dem Film- und Medienforum Rheinland-Pfalz, GameUp! Rheinland-Pfalz Software-/Gamesforum – ganz wichtig – und vielen Expertinnen und Experten durchgeführt wird. Es geht doch vor allem darum, die noch bessere Abbildung der speziellen Bedürfnisse der Branche zu erkennen und zu fördern. Lassen Sie mich unterstreichen, dass auch – jetzt kommt’s – wirtschaftliche Gesichtspunkte eine Rolle spielen. Im Games-Sektor soll zum Beispiel künftig auch die Portierung von Spielen auf andere Plattformen gefördert werden. Dadurch könnten die Entwickler ihre Produkte – darum geht es doch – noch besser vermarkten. Ich danke der Landesregierung für die Aufklärung in der Großen Anfrage hinsichtlich – das ist auch wichtig – der Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Teilbereichen der Medienbranche. Die Medienförderung unterstützt kreative Medienschaffende der gesamten Medienbranche und stärkt dadurch den – das ist wichtig – vielfältigen Medienstandort Rheinland-Pfalz. Sie beschränkt sich nicht aufgrund einer ökonomischen Potenzialanalyse auf einen Teilbereich. (Abg. Joachim Paul, AfD: Das ist falsch!) Unser Land ist ein guter und breit aufgestellter Medienstandort. Die einzelnen Bereiche der Medienbranche sind vielfältig miteinander verknüpft. Das ist doch eine Stärke – das will ich betonen – des Standorts Rheinland-Pfalz. Abschließend möchte ich betonen, wie wichtig uns – ich denke, damit spreche ich für den ganzen Landtag – die Medienbranche ist. Bei einem Besuch eines namhaften Entwicklerstudios in Mainz – ich will keine Werbung machen, die meisten kennen es – durfte ich mich über die sehr interessante Arbeit in der Games-Branche informieren. Ich habe dort hochmotivierte Menschen getroffen, denen ihre Arbeit richtig Spaß macht. (Abg. Joachim Paul, AfD: Das bestreite ich doch gar nicht!) Daher sind wir in Rheinland-Pfalz mit unserer ziel- und passgenauen – ich wiederhole mich –, an Qualität orientierten Medienförderung auf einem guten – ich will nicht übertreiben –, richtigen Weg. (Abg. Joachim Paul, AfD: 60.000 Euro für Ejakulationsfilme!) Mein Appell: Medienförderung heißt Chancen erkennen. Herzlichen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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