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Daniel Köbler

GRÜNE 08.11.2023 Sitzungen 18/53

Ich gehe ganz ruhig an das Mikrofon, Herr Präsident. Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ja, wir brauchen Erzieherinnen und Erzieher. Sie leisten eine sehr, sehr wichtige Arbeit für unsere Kinder und damit für die ganze Gesellschaft. Ja, wir haben an vielen Standorten – auch bei uns in Rheinland-Pfalz, aber nicht nur hier – zu wenige von ihnen. Wir haben auch dafür gesorgt, dass mit dem Kita-Gesetz die Stellenschlüssel verbessert worden sind. Damit ist auch die Lücke zwischen besetzten Stellen und offenen Stellen leider wieder etwas größer geworden. Das heißt, alle Anstrengungen, die das Berufsbild der Erzieherin, des Erziehers verbessern, bestärken, sind zu unterstützen. Ich denke, da sind wir alle gemeinsam auf einem Weg. Ich sage Ihnen auch, weil uns das immer ein sehr wichtiges Anliegen ist: Ja, wenn Sie als junger Mensch zwischen 16, 17, 18 Jahren darüber nachdenken, welchen Berufsweg Sie ergreifen, dann ist auch ein wichtiges Kriterium die Frage, wie schnell ich ein eigenes Einkommen, eine Vergütung habe, wenn ich aus der Schule komme. Das ist ein relevanter Teil, den mir viele junge Menschen immer wieder mitgegeben haben, die sich dann vielleicht für einen anderen Beruf oder die sich für den Erziehungsberuf entschieden und mir gesagt haben, was die größte Hürde war. Das war zum Teil der Fall. Während die Mitschülerinnen und Mitschüler in einer Ausbildung schon eine Vergütung bekamen, war das bei den Erziehungskräften nicht der Fall. Genau deswegen haben wir in Rheinland-Pfalz die berufsbegleitende Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern so massiv ausgebaut, wie das Kollege Teuber eben erläutert hat. Das heißt, das, was Sie im Kern fordern, machen wir bereits. (Abg. Sven Teuber, SPD: Das machen wir schon! Das machen wir längst!) Das können wir auch gerne weiter ausbauen. Ich glaube, da sind wir alle gemeinsam dabei. Nur machen wir es schrittweise und krempeln nicht von eben auf jetzt ein bestehendes System um, weil das falsch wäre. Wir machen das schrittweise nach Bedarf. Die Zahlen sind imposant. 2.500 von 6.000 Ausbildungen sind mittlerweile schon berufsbegleitend und damit auch entlohnt. In Ihrem Antrag ist vieles nicht falsch – es ist richtig –, aber es wirkt ein bisschen bemüht. Sie schreiben, Sie wollen eine Verkürzung der Ausbildungszeit ohne irgendeinen Inhalt wegzulassen. Das ist natürlich ein bisschen wohlfeil. Sie müssen schon sagen, wie das genau geschieht und wo es geschieht. Wenn man sich das aber einmal genau anschaut, dann haben Sie Forderungen, bei denen das mit der Verkürzung vielleicht doch nicht so ganz funktioniert. Sie wollen eine dreijährige duale Ausbildung, aber wenn man eine mittlere Reife hat, sollen noch einmal sechs Monate Praktikum vorgeschaltet werden. Dann sind Sie auch schon wieder bei dreieinhalb Jahren. Es ist also nicht ganz so klar, wo am Ende die Verkürzung liegt. Wenn ich es richtig verstanden habe, steht in Ihrem Antrag, dass Absolventinnen und Absolventen der Berufsreife gar nicht mehr zum Beruf der Erzieherin und Erzieher zugelassen werden sollen. Ich halte das für kontraproduktiv und falsch. Ich glaube, gerade wegen des Fachkräftemangels müssen wir darüber reden, auch Menschen, die Lust auf diesen Job haben, aber die Berufsreife und eben nicht die mittlere Reife habe, in diesen Job hineinzubringen. Wir brauchen sie alle. Da ist es mir am Ende wichtiger, dass sich wirklich jemand um die frühkindliche Bildung und unsere Erziehung kümmern will oder ob er den Abschluss der mittleren Reife geschafft hat oder nicht. Ich glaube, da müssen wir eher über Öffnung und nicht über Verschließung reden. Deshalb sind die Intentionen, den Erzieherinnen- und Erzieherberuf zu stärken und die Ausbildung attraktiver zu machen, durchaus begrüßenswert, aber die Punkte, die Sie vorschlagen, überzeugen uns nicht. Deshalb werden wir Ihren Antrag ablehnen. Herzlichen Dank. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)

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