Michael Frisch
Das ist richtig!) weshalb ich sehr dankbar bin, dass wir das Thema anlässlich des bevorstehenden Orange-Days am 25. November im Rahmen unseres Antrags hier ins Plenum holen; denn auch wenn wir in Rheinland-Pfalz beim Schutz vor Gewalt an Frauen und Mädchen bundesweit eine Vorreiterinnenrolle einnehmen, gibt es auch hier noch Schutzlücken, die wir konsequent schließen müssen. Das nehme ich immer wieder aus den Gesprächen mit den Hilfs- und Beratungseinrichtungen mit, etwa im regelmäßigen Austausch mit den Mitarbeitenden des Frauenhauses bei mir vor Ort. Wir brauchen mehr Frauenhausplätze, wir brauchen mehr Wohnraum für von Gewalt betroffene Frauen im Anschluss an ihre Zeit im Frauenhaus, und wir brauchen noch mehr Unterstützung für die Kinder, die die Demütigungen und Schläge gegen ihre Mütter erleben mussten. Ich bin wirklich sehr froh – vielen Dank an Katharina Binz –, dass wir bei all diesen zusätzlichen Bemühungen das Frauenministerium an unserer Seite haben. Doch es bedarf ressortübergreifender Anstrengungen, die wir im Rahmen unseres Antrags ganz klar unterstützen, um Frauen und Mädchen noch besser vor Gewalt zu schützen. Zu diesem Ergebnis kommt auch der in diesem Jahr vorgelegte Analysebericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention. Kinder müssen von der Pike auf lernen, was Selbstbestimmung und Gleichstellung konkret heißen. Da sind nicht nur die Eltern gefragt, sondern auch Kitas und Schulen sollen flankierend unterstützen. Im Bereich von Polizei und Justiz bedarf es mehr Aufklärung und Wissen zu diesen Themen rund um häusliche Gewalt. Besonders schutzbedürftige Gruppen wie etwa pflegebedürftige oder ältere Frauen, Frauen mit Behinderung oder auch geflüchtete Frauen müssen wir noch mehr in den Blick nehmen. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Felder, in denen wir Gewalt an Frauen Einhalt gebieten sollten. Gemeinsam zum Beispiel mit dem DGB mache ich mich stark für eine Arbeitswelt, die frei von Diskriminierung und Belästigung ist, oder ich nehme regelmäßig am lokalen Arbeitsbündnis gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen teil. Als Mutter lege ich Wert darauf, meinen Kindern zu vermitteln, die Grenzen anderer zu achten und zu wahren, und auch in meinem privaten Umfeld unterstütze ich Frauen dabei, laut und selbstbewusst für sich selbst einzustehen. Auf diesem Weg wünsche ich mir noch mehr Mitstreiterinnen und vor allem auch Mitstreiter; denn Gewalt an Frauen und Mädchen geht uns eben alle an, und nur gemeinsam können wir diese Gewalt stoppen. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)
