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Daniel Köbler

GRÜNE 08.11.2023 Sitzungen 18/53

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mehr Seepferdchen braucht das Land, aber es reicht eben nicht mit dem Seepferdchen. Die Kinder und Jugendlichen müssen wieder schwimmen lernen, und zwar sicher schwimmen lernen. Wenn wir die Zahlen, die wir diskutiert haben, sehen – über 40 % der Sechsjährigen haben ein Problem, sicher schwimmen zu können –, und wenn wir dann sehen, dass es nicht um ein Nice-to-have geht, sondern es auch eine Frage des Überlebens ist – auch diesen Sommer gab es wieder bedauerlicherweise Tote durch Ertrinken –, dann ist es schon ein wichtiges Thema, über das wir da gesprochen haben. Die Schwimmcontainer sind vielleicht im Einzelfall Nice-to-have, aber sie sind eben keine Lösung für das Problem. In der Anhörung ist ganz klar geworden, warum nicht. In den Schwimmcontainern sind flexible Wassertiefen nicht umsetzbar, was für das Schwimmenlernen essenziell ist. Sie haben bei den Containern das Problem, dass maximal fünf bis sechs Kinder das gleichzeitig nutzen können. Das heißt, für Schulklassen sind sie einfach viel zu klein ohne erheblichen Aufwand. Sie haben ein Thema mit der Wasserqualität. Sie haben ein Problem, wie sie es im Winter lösen. Einig waren sich die Experten auch, dass das Niveau des sicheren Schwimmens – das ist nicht das Seepferdchen, sondern das bronzene Schwimmabzeichen – in Schwimmcontainern nicht erreicht werden kann. Wenn wir aber das Thema angehen – das wollen wir –, dann müssen wir, glaube ich, wirklich größere und wirksamere Maßnahmen angehen. Das wird gemacht. Das Projekt „Kinder lernen Schwimmen“ mit 170.000 Euro, das der Landessportbund mit der regionalen Sportbildung macht, wird unterstützt. Das Programm des DLRG „Kinder lernen Schwimmen“ ist mit dem Ansatz zur Förderung des Kleinkinderschwimmens im Doppelhaushalt von der Regierungskoalition um 500 % erhöht worden. Die Frage ist, wie wir es schaffen. Das ist das Ziel, das wir formuliert haben. Es steht im Lehrplan der Grundschulen, dass alle Kinder in den Grundschulen schwimmen lernen sollen. Das Problem ist bisher, dass es – das ist doch unser Thema – an Wasserzeiten und vielleicht auch an Fläche – vielleicht auch nicht, das war in der Anhörung auch nicht eindeutig, das scheint regional sehr unterschiedlich zu sein – fehlt. Deswegen gibt es nicht die eine landesweite Lösung, aber es gibt die klare Vorgabe, dass das Land erwartet, dass sich vor Ort auch zusammengesetzt wird, um dieses Thema zu lösen. Künftig kann es nicht mehr sein, dass in Grundschulen gesagt wird: Ach, das machen wir jetzt aber nicht mit dem Schwimmunterricht, weil wir irgendwie kein Schwimmbad um die Ecke haben. – Nein, das kann nicht sein. Dann muss sich zusammengesetzt werden. Dann müssen Lösungen gefunden werden, zur Not auch interkommunale Lösungen. Dann müssen möglicherweise Lösungen gefunden werden, die ich in Projekten im Land schon gesehen habe, bei denen man sagt, okay, wir bekommen nicht immer regelmäßig an dem einen Tag, an dem Sport stattfindet, irgendwo Kapazität in einem Schwimmbad, aber wir machen das dann einmal vier Wochen vor den Sommerferien im Freibad bei entsprechenden Temperaturen. Das gibt es schon in manchen Kommunen, die da findig sind. In anderen gibt es das noch nicht. Deswegen ist unser Antrag ein guter Schritt nach vorne. Wenn wir es schaffen, gemeinsam mit den Schulträgern sicherzustellen, dass alle Kinder spätestens in der Grundschule sicheres Schwimmen erlernen, werden die Zahlen auch besser, und dann ist das auch gut für die Sicherheit unseres Kindes und das Anliegen, dass wir alle gemeinsam haben. Herzlichen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP)

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