Michael Hüttner
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Herr Junk, Sie können die aktionistische Idee in Nordrhein-Westfalen noch so sehr versuchen zu begründen, es ist und bleibt – das haben die Anzuhörenden im Prinzip auch gesagt – eine absolut uninteressante Idee. Es ist mehr oder minder ein beaufsichtigtes Planschbecken, eine Wassergewöhnung, die überhaupt keine Bedeutung im Sinne des Schwimmens hat. Ich komme gleich noch darauf zu sprechen. Insoweit ist das überhaupt nicht zielführend. (Zuruf des Abg. Dennis Junk, CDU) – Das ist überhaupt nicht zielführend, da hilft auch der Zwischenruf nicht. Schwimmen lernen – damit haben Sie in Ihrem Antrag recht – hat eine große Bedeutung. Das haben wir in unserem Alternativantrag geschrieben. Es betrifftt aber auch die Sport- und Freizeitsituation und hat etwas mit Gesundheit und Sozialverhalten zu tun. In Rheinland-Pfalz – das müssen Sie zur Kenntnis nehmen – gab es zum Glück nur sehr wenige Unglücksfälle. Dementsprechend sind wir auf einem guten Weg. Die Anhörung hat auch ergeben, und zwar sehr eindeutig, dass wir eine gute Dichte an Bädern haben. Das haben sowohl Herr Thieme als auch Herr Osterhoff gesagt. Die Anhörung hat darüber hinaus ergeben, dass das Land Rheinland-Pfalz eine sehr gute Arbeit macht, auch wenn Sie vorhin gemeint haben, „geeignete Maßnahmen“ seien ein sehr schwacher Begriff in unserem Antrag. Ich weise darauf hin, dass es bereits große Programme mit dem Landessportbund gibt, wie „Kinder lernen schwimmen“. Vielleicht sollten Sie das einmal nachlesen. Es gibt darüber hinaus Extraprogramme mit der DLRG, im Rahmen derer die Basisausbildung gemacht wird. Zudem leistet gerade das Bildungsministerium im Hinblick auf die Fortbildung der Lehrer ganz viel Arbeit, (Zuruf des Abg. Dennis Junk, CDU) dass in der Grundschule genau das geschehen kann, dass jedes Kind schwimmen lernen kann. Dementsprechend wird hier unheimlich viel gemacht. Herr Thieme hat sich ausdrücklich dafür bedankt, dass das Land RheinlandPfalz in den letzten Jahren – das war eine Anfrage der CDU – über 115 Millionen Euro an Fördergeldern, nur an Landesgeldern, in den Schwimmbadbau und die Sanierung von Bädern investiert hat. Somit ist auch das zu würdigen und sollten Sie zur Kenntnis nehmen. Es kommt auch noch hinzu, dass – das ist ein Antrag, der uns seit vielen Jahren verfolgt in der gleichen Konsequenz, in den Jahren 2016, 2019 und heute wieder – in den Ferien, in denen sich die Vereine etwas zurücknehmen, ganz viele Schwimmkurse durchgeführt werden. Damit sind wir in der Summe auf einem sehr guten Weg. Das ist der Punkt. Ich habe das vorhin angedeutet, Herr Junk, dieses Planschbecken, von dem Sie hier reden. Jeder private Swimmingpool – über Google Maps können Sie schauen, wer einen Swimmingpool im Garten hat –, jeder Swimmingpool im privaten Garten ist größer als der Container, von dem Sie hier reden. Sie lernen dort überhaupt nicht schwimmen. Das hat jeder der Anzuhörenden außer Ihrem Herrn aus Düren auch gesagt, wobei dieser Herr eingestehen musste, dass danach Schwimmkurse notwendig sind. Wir haben die Situation, dass wir nicht einmal vom Seepferdchen ausgehen können, dass man schwimmen kann – hier reden wir immer schon von 200 m, die zu absolvieren sind –, sondern es geht um ein Schwimmabzeichen Bronze. Mit Ihrem Becken von 10 m² erreichen Sie letztendlich gar nichts. Meine Damen und Herren, ich will einfach auch auf eine klare Aussage des Beigeordneten der Stadt Worms in der Anhörung hinweisen. Die Stadt Worms macht an zweierlei Stellen etwas besonderes. Zum einen hat man an einer Schule auch einmal diesen Test mit einem provisorischen Becken gemacht, aber in der Stadt Worms gibt es auch einen Verein mit großer Unterstützung der Stadt und des Landes, der dort ein Lehrschwimmbecken baut, gar nicht einmal so teuer in der gesamten Summe. Herr Horst sagte uns ausdrücklich, es ist eine kommunale Aufgabe. Wenn wir wollen, dass an unseren Schulen (Träger der Schulen sind bei den Grundschulen die Städte oder bei den weiterführenden Schulen die Landkreise) schwimmen gelernt wird – nur an dieser Stelle macht es Sinn, weil wir ganz viele Kinder haben, deren Eltern sich nicht in einen Verein hineinbemühen; nur an der Schule erreichen sie in aller Konsequenz alle Kinder –, ist das dementsprechend der richtige Weg. So haben wir in unserem Alternativantrag auch formuliert, dass das Land bei der Modernisierung, der Sanierung und beim Neubau von Lehrschwimmbecken im Bereich von Schulen absolut bei den Kommunen sein wird, dass wir das ganz stark fördern werden und dementsprechend die Kommunen in ihren Aufgaben unterstützen, damit das Thema „Schwimmen“ an den Schulen insgesamt eine größere Wertschätzung bekommt. Dann werden wir das Ziel in der Summe, dass die Kinder alle schwimmen können, auch erreichen können. Insofern werbe ich für die Zustimmung zum Alternativantrag und nicht für den ursprünglichen Antrag, weil er einfach sinnlos ist. Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
