Marcus Klein
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Tatsächlich ändert sich Sprache. Das ist ein normaler Prozess, den wir miterleben können und der sich in vorherigen Generationen schon vollzogen hat, aber nicht im wilden Ruling. Deswegen ist meine Fraktion da ganz klar positioniert. Im öffentlichen Raum braucht es Regeln. Das gilt auch für Sprach- und Rechtschreibung. (Vereinzelt Beifall bei der CDU und bei der AfD) „Wortbinnenzeichen gehören nicht zum Kernbestand der deutschen Orthografie.“ Das ist ein Zitat. Das sagt der Rechtschreibrat in seiner Stellungnahme. Er weist auch zu Recht auf Folgeprobleme hin. Wir halten uns daher an das geltende amtliche Regelwerk. Wir erwarten, eigentlich ist es selbstverständlich, dass sich auch offizielle Stellen – dazu gehören Schulen, Hochschulen und auch der Landtag – an amtliche Regeln halten, solange die Regeln so sind, wie sie sind. Alles andere führt auch zu Durcheinander. Die Bildungsministerin hat – Sie können das im Sprechvermerk nachlesen, ich habe es auch noch einmal nachvollzogen – dazu im Bildungsausschuss gesagt – das möchte ich zitieren –: „Für die Schulen bedeutet dies: Das Amtliche Regelwerk bildet nach wie vor die Grundlage des Unterrichts in den Schulen. Dies wird auch so bleiben.“ Ich komme noch einmal zum Antrag. Insoweit sehe ich den Grund für diesen Antrag schlicht und ergreifend nicht. Ich sehe persönlich diese Debatte, wie sie hier initiiert wurde, auch als reine Show-Veranstaltung. (Beifall der CDU, bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Angesichts so vieler wichtiger Themen, die Menschen in unserem Land umtreiben, über die wir uns hier immer wieder unterhalten und die Menschen bewegen – Migration, Energie- und Lebensmittelpreise, Wohnungsnot, Sicherheit, Ärztemangel, Krankenhaussterben, Medikamenten- und Unterrichtsversorgung –, ist dieses Thema wirklich ein echtes Randproblem. Mir fehlt jegliches Verständnis, das hier auf die Tagesordnung zu setzen. (Beifall der CDU, bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)
