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Michael Frisch

AfD 28.09.2023 Sitzungen 18/51

Das kommt auf die Perspektive an!) Eine Voraussetzung dafür, dass junge Menschen den Weg ins Handwerk finden, sind natürlich gute Löhne. Daher stehen wir nicht nur hinter dem rheinlandpfälzischen Tariftreuegesetz, sondern wir finden es auch sehr wichtig, dass es auf Bundesebene ein Tariftreuegesetz gibt. Heute aber wollen wir mit unserem Antrag den Schwerpunkt auf die duale Ausbildung setzen. Zum Start des Ausbildungsjahrs 2023/2024 konnten wir einige positive Nachrichten zur Kenntnis nehmen. So ist die Zahl der Ausbildungsverträge im Handwerk im Kammerbezirk Koblenz um 7 % gestiegen, im Kammerbezirk Trier sogar um 12 %, allerdings nachdem sie in der CoronaPhase deutlich abgesunken war. Die zahlreichen gezielten Maßnahmen der Landesregierung – ich denke zum Beispiel an die Elternkampagne oder an die Kampagne „Klimahandwerk“ – scheinen also Wirkung zu zeigen. Eine frühe Berührung mit handwerklichen Tätigkeiten geschieht natürlich auch beim Praxistag in den Schulen, aber auch die Coaches für betriebliche Ausbildung und die Übergangscoaches speziell für Schülerinnen und Schüler mit dem Bildungsziel Berufsreife leisten eine wertvolle Orientierungsarbeit. Weil dieses Angebot der Coaches für betriebliche Ausbildung so gut aufgenommen wird, muss es unserer Meinung nach fortentwickelt und sollte gerne auf andere Gewerke ausgedehnt werden. Wo wir aber noch Raum für einen neuen Ansatz sehen, ist bei der Unterstützung des Spurwechsels derjenigen, die nach einer Zeit lang merken, dass sie sich an der Hochschule am falschen Platz befinden. Die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Ausbildung findet ihren Ausdruck zum Beispiel im Begriff „Bachelor Professional“, der jetzt äquivalent zum Meister verwendet werden kann. Wir sind aber der Meinung, dass dieser Übergang noch etwas besser gestaltet werden könnte. Wir denken, insbesondere nach den zahlreichen Unternehmensbesuchen, die wir im vergangenen Jahr wieder absolviert haben, dass es sehr wichtig ist, gezielt diejenigen anzusprechen, die an den Abbruch ihres Studiums denken, und zwar in der relativ langen Phase, bevor man sich dies selbst eingesteht und vielleicht auch bereit ist, es den Eltern zu sagen und dann eine Entscheidung trifft. Wir müssen die Jugendlichen, die jungen Menschen in dieser Phase gezielt abholen und in eine duale Ausbildung umlenken. Deswegen wünschen wir uns, dass zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit, mit den Hochschulen, mit den Kammern gezielt eine Kampagne aufgelegt wird, um diese unproduktiven Leerzeiten zu verhindern und den jungen Menschen ein Gefühl des Scheiterns zu ersparen. Die Zahlen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung zeigen uns leider, dass bundesweit – es ist absolut kein rheinlandpfälzisches Phänomen – ein Bedarf besteht, weil rund jede bzw. jeder Dritte ihr bzw. sein Hochschulstudium abbricht. Angesichts der Tatsache, dass neben den Energiepreisen die Fachkräftesicherung (Glocke des Präsidenten) – mein letzter Satz – das entscheidende Thema bei der Sicherung unserer wirtschaftlichen Zukunft ist, ist es immer wieder wichtig, die Instrumente zur Fachkräftesicherung nachzuschärfen und zu präzisieren. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)

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