Patrick Kunz
Vielen Dank. – Sehr geehrter Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Als letzter Redner vor der Landesregierung zu diesem Tagesordnungspunkt möchte ich die Gelegenheit nutzen, um einige wichtige Punkte zu vertiefen und zusammenzuführen. Wir leben in einer Zeit, in der die Technologie uns näher zusammenbringt, aber die sozialen Bindungen oft schwächer werden. Daher ist es umso wichtiger, dass wir eine umfassende Strategie gegen Einsamkeit in Rheinland-Pfalz entwickeln. Beginnen wir mit einem leuchtenden Beispiel aus meinem Wahlkreis, dem Bürgerbus. Dieses Projekt wurde nicht nur von der Ministerpräsidentin, die heute leider nicht da ist, ausgezeichnet, sondern es dient auch als Vorbild für andere Gemeinden in Rheinland-Pfalz. Die digitalen Tools zur Fahrplangestaltung sind sehr effizient, sodass sie das Leben vieler Menschen mit eingeschränkter Mobilität verbessern. Hier zeigt sich, was möglich ist, wenn Ehrenamt und Innovation Hand in Hand gehen. Damit das keine lokale Erfolgsgeschichte bleibt, kann und sollte dieses Modell landesweit Schule machen. Wir dürfen die Last aber nicht allein auf die Schultern der Ehrenamtlichen legen. Das Land muss als Netzwerker fungieren, um solche Erfolgsgeschichten in die Breite hinauszutragen. Ich schließe mich den Worten des Sozialministers Alexander Schweitzer an, der Anfang dieses Jahres und auch kürzlich per Pressemitteilung eine vielgestaltige Strategie gegen Einsamkeit ankündigte. Es geht um gesellschaftliche und digitale Teilhabe, um Wohnen und resilientes Altern. (Abg. Martin Haller, SPD: Klingt vernünftig!) Wir müssen die verschiedenen Initiativen wie den Bürgerbus, die Gemeindeschwesterplus, die Lebensmittelretter, die Klimapaten, die Medienbotschafter und die vielen, vielen anderen, die es bereits gibt, zu einem stimmigen Ganzen zusammenführen. Internationale Beispiele wie Großbritannien und Japan zeigen die Dringlichkeit dieses Themas. Beide Länder haben sogar Ministerien für Einsamkeit eingerichtet. Doch wie die Artikel der Tagesschau vom 17. Januar 2018 und in der RHEINPFALZ vom 15. Juli 2021 hervorheben, fehlt es oft an konkreten Strategien. Wir können aus diesen Erfahrungen lernen. Die Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags vom 9. März 2021 mahnt uns, dass Einsamkeit nicht nur ein soziales, sondern auch ein gesundheitliches Problem ist, das ernst genommen werden muss. In der vergangenen Anhörung des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Pflege und Transformation vom 5. September 2023 wurde deutlich, dass Senioren stärker in das kommunale Geschehen eingebunden werden müssen. Meine Damen und Herren, ich bin mir sicher, dass die Ampel-Regierung die Gemeindeordnung diesbezüglich bestimmt prüfen wird. Meine Damen, meine Herren, ich möchte betonen, dass Einsamkeit keine Frage des Alters ist. Unsere Senioren verdienen jedoch eine besondere Aufmerksamkeit. Senioren haben als Jugendliche, als Berufstätige oder als Erwachsene dieses Land gestaltet. Sie hinterlassen ein Erbe, das wir in der Zukunft für die nächste Generation weiter gestalten sollten. Senioren verdienen es nicht, im Alter isoliert zu werden. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, Rheinland-Pfalz zu dem Bundesland zu machen, in dem niemand allein ist. Meine Damen, meine Herren, wir haben die Werkzeuge, die Beispiele und die Willenskraft, um dies zu erreichen. Die Zeit des Handelns ist jetzt. (Beifall der FREIEN WÄHLER sowie des Abg. Martin Haller, SPD)
