Johannes Zehfuß
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Die landwirtschaftliche Infrastruktur, die notwendig ist – dankenswerterweise hat das Herr Kollege Weber schon angesprochen –, will ich zum nächsten Thema meiner Zeitreise machen. In der Aktuellen Debatte des Landtags vom 14. Juli 2021 sprach die damalige Umweltministerin von großen Plänen, Vorsorgekonzepten und zu erstellenden Gutachten. Geschehen ist bis heute nichts Grundlegendes. Ich sage noch ein Wort zum Flächenbedarf. Unisono beklagen wir den Verlust von landwirtschaftlichen Produktionsflächen. Gleichzeitig entziehen wir aber der Landwirtschaft bei jedem Bauvorhaben zusätzlich Flächen über die sogenannten Ausgleichsflächen, aber nicht eins zu eins, sondern, wie das Beispiel Rheinquerung bei Wörth zeigt, bis zum Faktor eins zu 14. (Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Da sind wir dagegen, gegen die Rheinquerung!) Auch diese Regelung bedarf einer Überprüfung, um Landwirte nicht weiter zu belasten. Wertvolle Ackerflächen einfach so aus der Produktion zu nehmen, die dann anderswo unter anderem durch Brandrodung in die Produktion gehen, ist mehr als zweifelhaft. Sie ist ethisch mit Blick auf das Weltklima einfach nicht statthaft. Die Landwirtschaft ist eine Branche im stetigen Wandel, in ständiger Entwicklung, dem Streben zum Besseren, und das seit ewigen Zeiten, also seit Gebrauch des Pflugs vor 4.000 Jahren. Sie befindet sich in ständigen Abwägungsprozessen. Ich bedanke mich bei allen, die mit konstruktiver Kritik zur weiteren Verbesserung der Landwirtschaft beitragen. „Starke Bauern – starkes Land“, ein griffiger Slogan. Ein erster Schritt dazu wäre eine höhere Wertschätzung den Menschen gegenüber, die in der Landwirtschaft arbeiten, eine stärkere Wertschätzung dem Produkt gegenüber in Form von Generierung von auskömmlichen Einkommen, grundsätzliches Vertrauen darüber, dass Landwirte ihren Beruf gelernt haben und weniger Besserwisser, die aus gut dotierten Stellen heraus der Landwirtschaft Empfehlungen aussprechen, (Glocke der Präsidentin) die sie selbst niemals in der Lage wären zu verwirklichen. (Beifall der CDU und vereinzelt bei den FREIEN WÄHLERN)
