Helge Schwab
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Unsere Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz ist ein wichtiger Baustein für die Lebensmittelversorgung unserer Heimat. Unter dem nächsten Tagesordnungspunkt werden wir uns in der durch die FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion beantragten Aktuellen Debatte noch einmal ausführlich mit dem Thema befassen. Dankenswerterweise rufen die Kolleginnen und Kollegen der FDP nunmehr ein interessantes Thema in den Mittelpunkt, welches sich für uns FREIE WÄHLER unter dem Überbegriff der Technik in der Landwirtschaft zusammenfassen lässt. Künstliche Intelligenz, der Einsatz von Daten, das Zusammenführen von Technik und elektronischen Helfern, alles das trägt dazu bei, dass das Berufsbild des Landwirts sich weiter wandeln wird. Neben der Kenntnis über alle unternehmerischen Facetten, die Natur, das Wetter und die Beschaffenheit der heimischen Böden wird der Bereich der Innovation, Technik und IT noch stärker dazukommen. Frühere Bauernregeln für den September wie etwa „Septemberwetter warm und klar verheißt ein gutes nächstes Jahr“ werden wohl künftig Ergänzung finden: „Sitzt der Bauer verzweifelt auf dem Trecker, hat er wieder Ärger mit dem Hacker.“ Liebe Kolleginnen und Kollegen, mögen die Bauern von allzu vielen Hackerangriffen verschont bleiben. Kommen wir zurück zum Kern der Aktuellen Debatte, wie durch Marco Weber angesprochen, der Förderung des Hofguts Neumühle, um Milch durch Daten effizienter und nachhaltiger zu produzieren. Wenn wir für die Zukunft noch eine funktionierende Landwirtschaft wollen, die unter strengen Auflagen des CO -Ausstoßes im Wettbewerb mit europäischen und internationalen Lebensmittelproduzenten steht, dann müssen wir alle technischen Innovationen nutzen und im aktuellen Beispiel auch fördern, damit davon alle Bauern im Land profitieren können. Am Beispiel des Hofguts Neumühle soll mit dem Projekt „nachhaltigere Milch“ ein wesentlicher Beitrag zum Datenmanagement auf den Milchviehbetrieben geleistet werden. Über Schnittstellen werden über alle Produktionsschritte hinweg Daten gesammelt, angefangen bei der Futterernte über die Fütterung bis hin zur nächsten Ernte. Hierbei werden dann die CO -Einsparpotenziale ermittelt. Die Praxisbetriebe, der Wahlerhof in Zweibrücken, der Schmiedhof in Neupotz sowie die Lehr- und Versuchsanstalt Neumühle, beliefern den Projektpartner, die Genossenschaft Hochwald, und überprüfen die Wirksamkeit und Umsetzung gleich in der Praxis. Die gewonnenen Erkenntnisse zur CO -Reduktion und zum Datenmanagement müssen unseres Erachtens dann aber flächendeckend dort umgesetzt werden, wo sie einen ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen bringen. Insofern sind die Fördermittel, die durch die Europäische Union, durch die Europäische Innovationspartnerschaft EIP über das Land Rheinland-Pfalz und die Eigenmittel der Partner aufgewendet werden, für die Zukunft unserer Landwirtschaft sehr gut investiertes Geld. Die Produktion des Futters für die Kühe wird ebenfalls in der Datenerhebung berücksichtigt, doch wissen wir aus der Tradition heraus, „auf kalten Dezember mit tüchtigem Schnee folgt fruchtbar Jahr mit reichlich Klee“. In diesem Sinne wünschen wir uns einen wunderbaren Winter mit viel Schnee, damit auch das kommende Jahr für unsere Kühe saftige Wiesen und Weiden mit viel Klee bereithält. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall der FREIEN WÄHLER)
