Michael Frisch
Ist das nicht sexistisch?) Bevor sich ein Mann angegriffen fühlt: Ja, wir brauchen euch noch. (Vereinzelt Heiterkeit im Hause) Gleichzeitig bin ich aber sehr stolz darauf, dass die Frauen- und Gleichstellungspolitik in unserem Land in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt hat. Das ist gut so. Die Präsenz von Frauen am Arbeitsmarkt, in der Politik und in der Ehrenamtsstruktur hat sich stetig gesteigert und völlig neue Perspektiven eröffnet. Doch trotz aller Errungenschaften wissen wir, dass Frauen immer noch mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert sind, wenn es um ihre berufliche Entwicklung geht. Wir Freien Demokraten sind fest entschlossen, diese Barrieren zu beseitigen und eine gerechte und chancengleiche Gesellschaft zu schaffen; denn wenn Frauen ihr Potenzial in jeder Lebenslage voll entfalten können, ist dies ein Gewinn für uns alle. Nun macht das Erwerbsleben in den meisten Fällen einen großen Teil des Lebens eines Menschen aus. Wie jeder andere Bereich des Lebens sollte auch dieser nach individuellen Vorstellungen und Fähigkeiten und vor allem selbstbestimmt gestaltet werden. Das ist unsere liberale Überzeugung. Ich bin stolz darauf, dass sich Mädchen und Frauen heute dazu entscheiden können, ob sie Schlosserin, Unternehmensgründerin, Erzieherin oder Politikerin werden. Wir setzen dort keine Grenzen. Zu meiner Zeit sahen diese Chancen noch ganz anders aus. Trotzdem ist es noch immer häufig der Fall, dass diese Entscheidungen vor dem Hintergrund tradierter Rollenbilder und Klischees getroffen werden und auch der Eintritt ins Erwerbsleben für Frauen nicht immer so reibungslos wie für Männer verläuft. Genau dort müssen wir ansetzen. Ich bin froh, dass sich die Landesregierung mit zahlreichen Initiativen und Projekten dafür einsetzt, die berufliche Entscheidungsfreiheit von Mädchen und Frauen zu fördern. Erst Ende April fand erneut der Girls’ Day statt. Das Ada-Lovelace-Projekt wird seit 25 Jahren erfolgreich umgesetzt, und zahlreiche Mentorinnen- und Professorinnen-Programme motivieren Mädchen und junge Frauen in unseren Schulen und Universitäten, Wege abseits der ausgetretenen Pfade zu beschreiten. Ein anderer zentraler Faktor, der das Erwerbsleben von Frauen maßgeblich beeinflusst, ist die Frage nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Viele Frauen sehen sich mit der schwierigen Entscheidung konfrontiert, entweder eine Familie zu gründen oder beruflich erfolgreich zu sein. Wir wollen diese Entscheidungen nicht erzwingen, sondern Frauen dabei unterstützen, beides zu verwirklichen. Flexible Arbeitszeitmodelle, die gebührenfreie Kita und Beratungs- und Unterstützungsangebote für eine gerechte Aufteilung der Care-Arbeit sind nur einige Maßnahmen, mit denen das Land Gründungen und die berufliche Verwirklichung von Frauen fördert. Auch der Wiedereintritt ins Erwerbsleben nach einer längeren familiären Auszeit kann eine große Hürde sein. Orientierungslosigkeit oder fehlende Anknüpfungspunkte können aber mit einem Angebot aus Begleitung und Beratung überwunden werden. Deshalb haben wir die Förderung der Beratungsstelle für Frauen und Beruf angehoben. Nun sind es sechs Beratungsstellen in Rheinland-Pfalz, die Frauen eine passgenaue Beratung und Unterstützung bei der beruflichen Orientierung und dem Wiedereinstieg in das Erwerbsleben ermöglichen. Dies ist insbesondere dann essenziell, wenn Frauen den Weg in die Selbstständigkeit anstreben. Frauen verdienen faire Chancen und einen Zugang zu Kapital und Netzwerken, um erfolgreich Unternehmen aufzubauen. (Glocke des Präsidenten) Mit einer frauenfreundlichen Gründungskultur, wie sie vom Wirtschaftsministerium von Daniela Schmitt und Frauenministerin Katharina Binz durch zum Beispiel den Unternehmerinnenpreis geprägt wird, können wir Frauen motivieren, ihr unternehmerisches Innovationspotenzial voll auszuschöpfen. Mein letzter Satz: Nur wenn Frauen gleiche Chancen und Motivation im Erwerbsleben vorfinden, können wir unsere Gesellschaft und Wirtschaft voranbringen. Vielen Dank. (Beifall der FDP, der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Michael Wagner, CDU)
