Cornelia Willius-Senzer
Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ganz vorweg, es ist eher selten der Fall, dass sich die FREIEN WÄHLER zu einem durchaus relevanten Thema im Plenum melden. Es erfreut mich zu hören, dass Sie sich auch dafür interessieren, junge Menschen für Kunst und Kultur begeistern zu wollen. Ich will Ihnen aber auch sagen, dass wir uns der Thematik einmal dezidiert widmen sollten. Bei der Durchsicht Ihres Entschließungsantrags sind mir nämlich einige Punkte aufgefallen, die mich an der Weitsicht Ihres Anliegens haben zweifeln lassen. Zuerst: Was ist der KulturPass? Die Ampelkoalition im Bund hat ein Pilotprojekt aufgesetzt, das jungen Menschen die Chance geben soll, kulturelle Erfahrungsversäumnisse der letzten zwei Jahre aufzuholen. Gleichsam soll die Kunst- und Kulturszene, die durch die Corona-Pandemie bisweilen immer noch zu kämpfen hat, weiterhin unterstützt werden. Das funktioniert so: Alle jungen Menschen, die in diesem Jahr ihren 18. Geburtstag feiern, können mit einem Budget von 200 Euro auf kulturelle Entdeckungstour gehen. Dabei steht vor allem die regionale Live-Kultur im Mittelpunkt. Seit dem 15. Juni können die Jugendlichen ihr Guthaben über eine App oder eine Website einlösen. Nach Angaben der Bundesregierung – die Zahlen wurden schon genannt – sind mehr als 6.300 Kulturanbieter bundesweit registriert sowie über 1,7 Millionen Projekte derzeit verfügbar, Stand 21. Juni. Dass es der richtige Weg ist, Jugendliche über einen niedrigschwelligen Zugang, das Internet, abzuholen, zeigen ähnliche Projekte aus anderen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in Frankreich mit dem „pass Culture“. Ich möchte an dieser Stelle nur der AfD sagen, dass Mangas keine entartete Kunst sind, also nur einmal so nebenbei. (Zurufe von der AfD –
