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Michael Frisch

AfD 22.06.2023 Sitzungen 18/47

Frau Staatssekretärin, lassen wir jetzt einmal die Frage aus, was die wirklichen Motive und Absichten sind. Darüber kann man lange spekulieren. Mir geht es einfach darum, was faktisch passieren wird, wenn diese Regelungen jetzt umgesetzt werden. Das ist doch die entscheidende Frage. Da muss man wissen, dass 51 % der Kinder, die zurzeit eine Förderschule besuchen, den Förderschwerpunkt Lernen haben. Diese Kinder werden wahrscheinlich, so wie Sie das jetzt planen, zu einem überwiegenden Teil in Zukunft in das 1. Schuljahr der Regelschulen eingeschult, weil Sie noch das Gutachten für die Eltern vorschalten. (Zuruf des Abg. Daniel Köbler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das wird in der Praxis – man muss kein Prophet sein, um das vorherzusehen – dazu führen, dass die Förderschulen einen erheblichen Teil ihrer bisherigen Schülerschaft auf diesem Wege verlieren werden. Das hat einmal möglicherweise die Konsequenz, dass Sie Lehrkräfte verlieren werden – Sie weisen darauf hin, dass man dann an den Regelschulen auch Förderschullehrkräfte braucht –, und das wird natürlich an den Regelschulen im 1. aber möglicherweise auch im 2. Schuljahr zu einer noch größeren Heterogenität führen, als wir sie bereits jetzt haben. Es ist genau das Problem, dass viele Grundschullehrer darüber klagen, dass es insbesondere im 1. Schuljahr sehr schwierig ist, alle Kinder zu einem konzentrierten Unterricht zu führen, weil viele aus den Elternhäusern nicht mehr die Voraussetzungen mitbringen, die heute für einen Unterricht erforderlich sind. Wir haben die große Sorge, dass sich dieser Effekt weiter verschärfen wird. Das ist der Punkt, warum wir Ihre Pläne kritisieren und sagen, darüber sollte man noch einmal nachdenken. Danke schön. (Beifall der AfD –

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