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Sven Teuber

SPD 22.06.2023 Sitzungen 18/47

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Unser Anspruch muss es sein, Kinder starkzumachen, sie fit zu machen und in eine gute, selbstbestimmte Zukunft zu führen. Das muss unser Kern und unser Anspruch in der Bildungspolitik sein, und das müssen die Rahmenbedingungen sein, die unsere Kinder und die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen dazu befähigen, in diese selbstbestimmte, gute Zukunft gehen zu können. Wir wollen dies auch erreichen, indem wir die Wahrscheinlichkeiten und die Chancen dafür bei allen erhöhen. Die Chancen erhöhen sich, je früher man und je früher jedes Kind frühkindliche Bildung genießt; denn umso positiver ist die sprachliche und kognitive Entwicklung ihrer Kompetenzen. Das sage nicht ich, sondern das hat Professor Kalicki am Dienstag bei der Sprachfachtagung vor 100 Erzieherinnen und Erziehern in Trier gesagt. Dort wurde auch noch einmal deutlich herausgestellt, was Erfolgsfaktoren sind, um gerade das Thema der sprachlichen und kognitiven Kompetenzen in diesem Bereich positiv beeinflussen zu können. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, dass das Thema der alltagsintegrierten Begegnung und der handlungsorientierten Sprachanwendung den höchsten Erfolgsgaranten ausweist. Das Thema ist, dass Kinder Sprache und Kompetenzen gerade in jungen Jahren informell erlernen. Wir müssen also den Dialog ermöglichen. Wir müssen in der Kita anfangen, also je früher desto besser, um im Dialog, handlungsorientiert und individuell auf das eine wie auf das andere Kind eingehen zu können. (Beifall der Abg. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD) Dafür braucht es Erzieherinnen, Erzieher und Zeit, um dies mit dem Kind tatsächlich leben zu können. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Gerade für mehrsprachig aufwachsende Kinder ist der Erfolg wahrscheinlicher, diese Kompetenz in der Muttersprache und in der neuen Sprache, nämlich Deutsch, zu erlernen, je früher eine Integration in die Kita erfolgt. (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) Das wurde auch von Professor Kalicki noch einmal nachgewiesen und in einer aktuellen Studie von Böse et al. in diesem Jahr deutlich herausgestellt. Wir wollen Kinder also in ihrem Sinne, im Sinne der Familien und im Sinne einer sozial zusammenhaltenden Gesellschaft für die Zukunft verbindlich früher stärken. Wir müssen erkennen, dass das nicht in allen Bereichen der Fall ist und nicht in alle Thematiken durchgedrungen ist. Ich bin froh und dankbar, Frau Staatssekretärin, dass die Landesregierung deswegen jetzt die Sprachstandserhebung vorzieht. Ich bin froh, dass wir damit Fördermaßnahmen kombinieren können, um ein halbes Jahr früher zu erkennen, wo eine Unterstützung von Familien und Kindern angebracht ist, sodass Dinge, wie wir sie unter anderem in Ludwigshafen diskutieren, in der Zukunft nicht mehr passieren, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall der SPD sowie der Abg. Daniel Köbler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Philipp Fernis, FDP) Ich will auch deutlich machen, dass wir miteinander im Plenum und im Ausschuss in vielen Gesprächen darum gerungen haben, wie eine Lösung sein kann, um Phänomenen wie in Ludwigshafen begegnen zu können. Sprache, Sprache, Sprache ist für uns der Schlüssel zur Welt. Das habe ich im letzten Plenum hier schon dargestellt. Wir haben auch erkannt – Frau Staatssekretärin, dafür bin ich Ihnen sehr dankbar –, dass in den Analysen vom IQB-Bildungstrend, in den Gesprächen mit Verbänden und mit Schulleitungen deutlich wurde: Wir brauchen mehr Deutschunterricht in der Grundschule. Auch das werden wir und wird die Landesregierung jetzt umsetzen, um diese Sprachkompetenz nicht nur in der Kita, sondern in der Grundschule auch im Deutschbereich voranzubringen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Wir werden es aber nicht bei einer Stunde Deutsch belassen. Wir werden mit Instrumenten wie „Lesen macht stark“ und „Mathe macht stark“ – um das Rechnen zu ergänzen – in diesem Bereich Kernkompetenzen weiter ausbauen, weil das wichtig ist, um jedem Kind ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Deswegen ist es richtig, dass wir Kinder so stärken. Ja, wir müssen auch die Familien stärken. Es braucht starke Elternarbeit. Es braucht starke Familien, die wir mit Familiengrundschulzentren abholen wollen. Wir beginnen dort jetzt einen Weg. Liebe Frau Staatssekretärin, diesen Weg wollen wir gemeinsam weitergehen und ihn weiter ausbauen. Ich würde mich freuen, wenn viele Kommunen und Schulträger von diesem Angebot Gebrauch machen könnten; denn es ist richtig, dass Eltern, Familien und Kinder mit dem Ehrenamt und Expertinnen und Experten in der Schule zusammenkommen und einen Lebensraum schaffen, der ganztags zur Begegnung wird, um Dialog und Sprache zu erlernen und sich in Deutschland zu integrieren, und zwar für alle, (Zuruf des Abg. Joachim Paul, AfD) die ihre originäre Heimat noch nicht gefunden haben und für alle, die hier geboren sind, um gemeinsam eine zusammenhaltende Gesellschaft zu entwickeln – mehr dazu in der zweiten Runde – und Kinder weiter zu stärken. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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