Sven Teuber
Frau Kollegin Groß, ich bin froh, dass wir uns nochmals über Inhalte abseits des Bildungsausschusses auseinandersetzen können, aber ich hätte ganz gerne dann auch Ihre Ideen gehört, wie Sie tatsächlich allen ein selbstbestimmtes Leben in der Zukunft ermöglichen können und die Behindertenrechtskonvention umsetzen wollen. (Beifall bei der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Ablehnen von Anträgen ist immer einfach, (Heiterkeit der Abg. Helge Schwab und Patrick Kunz, FREIE WÄHLER, und des Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD) aber das Selbstschreiben macht es deutlich schwieriger, wenn man eigene Ideen haben muss. In dem Zusammenhang ist es tatsächlich so, dass ich nicht stehen lassen möchte, wie geringschätzend Sie mit den Kolleginnen und Kollegen gerade in den Grundschulen umgehen. Sie verkennen die Kompetenzen, die in den Grundschulen bei den Kolleginnen und Kollegen da sind. Sie selbst haben doch im Bildungsausschusses zum Thema „IQB“ gesagt, wir müssen die Kompetenzen stärken, die Diagnostik weiter stärken. Sie sind es, die laufend einen Test nach dem nächsten schreiben wollen. Wofür machen wir denn diese Erhebungen? – Doch zur Diagnostik, um besser fördern zu können. Das heißt, ich habe überhaupt keine Sorge, dass die Kinder dort bestens gefördert werden. Übrigens gehen Sie immer von dem schlechten Kind aus – aus Ihrer Sicht schlechten Kind –, das stört, das belastet, das die Gruppe zurückhält. Sie sprechen davon, dass die Mehrheit der Kinder dem Unterricht folgen möchte, aber andere stören. Das ist nicht der Fall. Inklusion heißt auch, fördern der Besten nach ihren Talenten und diejenigen, die einen Förderbedarf haben, da deutlich fördern, aber Inklusion heißt nicht, den einen Schwächeren stark machen und alle anderen ignorieren. So findet Unterricht nicht statt. Ich weiß nicht, in welcher Schule Sie unterrichtet haben, aber ich weiß, dass auch in Ihrer Schule sicherlich Kolleginnen und Kollegen sind, die diejenigen dort abholen, wie das heute schon im Schulgesetz steht. Wir fördern individuell, und wir müssen gemeinsam schauen, dass wir den Eltern und Kindern den Weg ermöglichen, der ihren Talenten und Bedarfen gerecht wird, (Zuruf des Abg. Martin Brandl, CDU) und dürfen uns nicht darauf ausruhen, dass wir tatsächlich die parken, die Sie gerade implizit als Störenfriede angesprochen haben. Wir wollen, dass eine Grundschule und eine weiterführende Schule so gefördert wird, wie das den Bedarfen des Kindes und nicht Ihren Vorstellungen und Ihrer Ideologie im Klassenraum entspricht. Vielen Dank. (Beifall der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)
