Martin Brandl
Zuhören, nicht zwischenrufen! – Unruhe bei der SPD) Wie sollen Lehrkräfte den Mehrbedarf an gezielter Betreuung bei allem, was sonst noch zu tun ist, abfedern? (Unruhe bei der SPD – Zuruf des Abg. Martin Brandl, CDU – Glocke der Präsidentin) Ich lade Sie gerne einmal in meinen Wahlkreis zu Terminen ein, statt hier im Wolkenkuckucksheim zu sitzen. (Beifall der CDU sowie der Abg. Helge Schwab und Patrick Kunz, FREIE WÄHLER – Zurufe des Abg. Sven Teuber, SPD) Wie sollen denn die Lehrkräfte den Mehrbedarf an gezielter Betreuung abfedern bei all dem, was sonst noch tagtäglich zu tun ist? Was soll geschehen, wenn zusätzliches Personal, wenn Räumlichkeiten fehlen? Wie sieht es mit den Bildungschancen der Kinder, die dem Unterricht folgen wollen, es aber wegen den Unterrichtsbelastungen schlicht nicht können, aus? (Abg. Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD: Was für ein Gesellschaftsbild!) Wir alle wissen doch, Kinder brauchen Zeit zum Lernen. Sie brauchen Zeit, um sich auf eine Sache konzentrieren zu können. Sie brauchen auch Ruhe. Sie brauchen die notwendige Unterstützung. Die Realität sieht aber so aus, die Wahrheit hinter einer Inklusionspolitik, die vorne und hinten nicht stimmt, (Beifall der CDU sowie der Abg. Helge Schwab und Patrick Kunz, FREIE WÄHLER) eine Wahrheit, wie ich hier höre, die man nicht hören will, die aber trotzdem Wahrheit bleibt. Es kommt darauf an, sich möglichst früh für das Kind einzusetzen, für das einzelne Kind die richtige Unterstützung, die richtige Umgebung, den richtigen Weg zu finden. Frau Ministerin, Herr Kollege Teuber, mit diesem Antrag schaffen Sie die Förderschule durch die Hintertür ab. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER) Ihr pädagogischer Idealismus in allen Ehren, aber ich muss wirklich an Sie appellieren: Hören Sie auf mit dieser ideologischen Gleichmacherei. Wie wollen Sie denn sicherstellen, dass ein Kind mit Beeinträchtigung in einer Regelschule genauso intensiv, genauso gut in seiner eigenen Welt abgeholt wird, wie es in den Förderschulen gelebt wird? Die Eltern sind froh und dankbar für Förderschulen. Sie werden vor Ort angenommen, und der Ausbau der Räumlichkeiten ist auf kommunaler Ebene längst gegeben. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER sowie des Abg. Martin Louis Schmidt, AfD) Lassen Sie mich hier eines klarstellen: Mit den Beispielen mindern wir keinesfalls die Arbeit der I-Kräfte und der Lehrkräfte. Im Gegenteil, wir wissen, wie die Realität, wie der Arbeitsalltag aussieht. Ihnen gehört unser Dank. Ihnen gehört unsere Anerkennung. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER) Ihnen allen und ihrem Netzwerk für berufliche Bildung, mit dem Kontakt zu den Ausbildungsbetrieben verdanken wir es auch, dass unsere Jugendlichen einen Abschluss an einer Förderschule machen und in eine wirklich gute berufliche Zukunft blicken. Diesen Schatz, den wir haben, dürfen wir nicht aufgeben. Wir können nicht Jugendliche mit Förderbedarf zwanghaft in eine Regelschule bringen und sie dort einen Abschluss machen lassen. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER sowie des Abg. Martin Louis Schmidt, AfD) Gerade in der heutigen Zeit – wir haben es auch gestern gehört – mit Corona und dem Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund brauchen wir im Schulalltag nicht weniger, sondern wir brauchen mehr Ausdifferenzierung. Das Motto darf nicht heißen: „Jedem Kind die gleiche Schule.“ Das Motto muss lauten: „Für jedes Kind die geeignete Schule.“ Das schulden wir unseren Eltern. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER sowie des Abg. Martin Louis Schmidt, AfD) Das schulden wir unseren Eltern, unseren Kindern, unseren Lehrkräften. Nicht die Quote muss uns antreiben, sondern das Wohl jedes einzelnen Kindes muss im Mittelpunkt stehen. (Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER) Mit uns ist daher Ihre Form der unehrlichen Inklusion nicht zu machen. Den vorliegenden Antrag der Ampelfraktionen mit dem Zwang zur inklusiven Schule lehnen wir als Christdemokraten entschieden ab. Für die CDU-Fraktion beantrage ich eine namentliche Abstimmung. (Anhaltend Beifall der CDU und der FREIEN WÄHLER)
