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Michael Frisch

AfD 10.05.2023 Sitzungen 18/43

Islamisten!) Ich möchte hiervon Abstand nehmen und sachlich bleiben. Dass die Landesregierung in Rheinland-Pfalz mit den muslimischen Verbänden Verträge schließen und sie so der Kirche gleichstellen möchte, war am 26. April im Pfälzer Tagblatt zu lesen. In der Konsequenz dieser offiziellen Verhandlung, die aufgenommen werden soll, sprechen wir heute auch über den Islamunterricht an Schulen. Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr zu einem Einwanderungsland entwickelt und wird das aller Voraussicht und Prognosen nach sicherlich auch künftig noch sein. Das verändert unsere Gesellschaft. Sie wird diverser und vielfältiger. Das ist etwas, das wir unseren Kindern und Jugendlichen schon in der Schule beibringen müssen: einerseits zu zeigen, wie sich die Kultur in unserem Land entwickelt hat, aber auch zu zeigen, dass es viele Kulturen gibt, und dazu gehören auch die verschiedenen Religionen. Das ist die Realität. Daher halten wir, die FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion, es für wichtig, im Rahmen des Schulunterrichts auf ein allgemeinreligiöses Weltbild zu setzen. Rheinland-Pfalz hat die Persönlichkeitsbildung als Bildungsziel. Damit ist die Fähigkeit verbunden, eigenen und fremden Werten und Weltanschauungen differenziert und verantwortungsvoll zu begegnen. Der Ethikunterricht kann nach unserer Ansicht diese Aufgabe vollumfänglich leisten. Hier können vertiefte Kenntnisse über alle Weltreligionen vermittelt und kann Wissen vermehrt werden. Gleichzeitig sollen dort alle Kinder und Jugendlichen ein Rüstzeug an die Hand bekommen, um sich kritisch mit dem Glauben auseinanderzusetzen und bestenfalls sogar die eine oder andere Frage an den eigenen Glauben zu stellen; denn nur, wer seine Prägung kennt und auch ein Wissen über andere Religionen hat, kann die Religionen besser verstehen und diese auch akzeptieren. Wissen verhindert Ablehnung und fördert ein friedliches wie verständnisvolles Miteinander. Auch darüber hinaus bietet eine Orientierung am Ethikunterricht zwei zentrale Vorteile. Erstens: die notwendige Verfassungsmäßigkeit. Das deutsche Staatskirchenrecht sieht vor, dass religiöse Neutralität garantiert ist. Ein Schritt dazu wäre der Ethikunterricht, anstatt vieler verschiedener Religionsunterrichte an unseren Schulen. Zweitens geht es auch darum, dass Religionslehre nicht hinter verschlossenen Türen stattfinden darf. Es muss vermieden werden, dass ein einseitiges Bild einer Religion an die Kinder und Jugendlichen vermittelt wird. Ethikunterricht wäre für alle ein staatliches Angebot unter Aufsicht des Landes. Nur dort sollten alle Entscheidungen über Lerninhalte und Unterrichtsangebote getroffen werden. Der Ethikunterricht kann in besonderem Maße den Zweck der Integration und der Wertelehre erfüllen. Ich persönlich habe gemeinsam mit meiner Frau und unseren Familien unseren Sohn christlich erzogen. Er ist katholisch getauft und hat demnach auch katholischen Religionsunterricht erhalten. Heute lassen viele Eltern ihre Kinder nicht mehr taufen, um ihnen selbst die Möglichkeit zu lassen, sich einer Religion anzuschließen. Gerade aus diesem Grund halte auch ich es für sinnvoll, einen gemeinsamen Ethikunterricht für alle anzubieten. Im Elternhaus selbst wird sicherlich auch weiterhin die jeweilige Religion gelebt. Dieses Recht steht jedem frei. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall der FREIEN WÄHLER und vereinzelt bei der CDU)

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