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Gerd Schreiner

CDU 10.05.2023 Sitzungen 18/43

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, ja, wir müssen das Waldbrandrisiko minimieren; denn ja, das Waldbrandrisiko ist hoch. Großflächige Waldbrände auch in Rheinland-Pfalz sind nur eine Frage der Zeit. Die Frage ist nicht, ob der Wald brennt, sondern wann der Wald brennt. Vorbereitet sind wir darauf kaum, nicht bei der Vorbeugung gegen Waldbrände und nicht bei der Bekämpfung von Waldbränden. Viel zu oft wächst im Land kein gesunder Mischwald. Viel zu oft wachsen im Land trockene Nadelbaummonokulturen, die nach Hitzesommern keine Kraft mehr haben, Schädlinge abzuwehren. Der Wald vertrocknet und stirbt, erst schleichend, dann immer schneller. Der Waldboden liegt voller trockenem Totholz, das Feuer reiche Nahrung bietet. Die Baumwipfel sind dürr und brennen wie Zunder. Jetzt wäre es wichtig, dass entlang der Waldwege das Totholz geräumt wäre, damit ein Trupp der Feuerwehr nicht nur zum Brandort vordringen, sondern damit der Trupp Feuerwehrleute auch sicher und gesund wieder aus dem Wald herauskommen kann. (Beifall der CDU) Kein Feuerwehrkommandant schickt seine Leute in einen brennenden Wald voller trockenem Totholz. Das werden Sie bei Ihrer Waldbesichtigung am Rande von Mainz gehört haben. Das kann keiner verantworten. Ein Wald voller Totholz wird deshalb großflächig abbrennen. Jetzt wäre es wichtig, eine Feuerwehr zu haben, die vom Land die geeigneten Fahrzeuge bekommen hat, um im Wald an den Einsatzort heranzukommen. Ja, wir haben großartige Feuerwehrfrauen und -männer. Da haben Sie recht, aber geeignetes Gerät haben sie nicht in ausreichender Menge, nein. Wie bei so vielem hat das Land an dieser Stelle am falschen Ende gespart. (Beifall der CDU und des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) Alles nur Schwarzmalerei der Opposition? – Nein. Als es unterhalb des Hambacher Schlosses, gut erreichbar, direkt an der Rheinebene, angefangen hat zu brennen, wer hat da das Wasser in den Wald gefahren? – Das waren die Bauern mit ihren Güllefässern. Ohne den mutigen Einsatz dieser Landwirte und ohne das Wasser aus ihren Güllefässern hätte sich das Feuer den Berg hochgefressen zum Schloss. Liebe Kolleginnen und Kollegen von den Grünen, es ist sehr gut, dass Sie das Thema heute auf die Tagesordnung setzen. Da gibt es viel zu tun. Sie sind in der Verantwortung. (Beifall der CDU und des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) Herr Kollege Ehmann, ich war auch dabei, als uns Vorzeigeprojekte zur Regenrückhaltung gezeigt wurden. Die Realität ist aber immer noch, dass überall das Wasser über die Waldwege zu Tal schießt, dort manchmal große Schäden anrichtet und den Bäumen im Wald nicht mehr zur Verfügung steht. Ich kenne die Beispiele, bei denen Waldbauern unsere Wälder zu gesunden Mischwäldern umbauen. Gesunde Mischwälder entstehen aber nicht, indem man ein paar Bäume pflanzt. Erstens, es müssen die richtigen sein. (Abg. Marco Weber, FDP: Ihr wollt 4 Millionen Bäume!) – Herr Kollege Weber, wir brauchen klimaresiliente Bäume. Wir dürfen keine Angst haben vor klimaresilienten Arten. (Zuruf des Abg. Marco Weber, FDP) – Ich weiß, dass Sie keine Angst haben vor klimaresilienten Arten, auch solchen Arten, die bei uns noch nicht wachsen, die aber vielleicht in Zukunft wachsen und den kommenden Generationen den Baum, das Holz, die nötigen Hackschnitzel für Heizungen, das Totholz für die Humusbildung und all das zur Verfügung stellen. (Beifall bei der CDU) Erstens: Es müssen die richtigen Bäume sein. Zweitens: Wir müssen den Wald durchforsten, spätestens alle fünf Jahre. Drittens: Wir müssen jagen im Wald. Wir wollen einen dichten und gesunden Mischwald mit glücklichen Rehen, ja, aber überhandnehmen dürfen sie nicht, sonst fressen sie die jungen Bäume wieder ab. Der Wald der Zukunft ist also ein Wald, in dem Hand angelegt wird, ein Wald, der Arbeit macht, ein Wald, der dann zugegebenermaßen diese Arbeit mit guten Holzernten belohnt, Holz, das wir dringend brauchen, um Häuser klimaneutral zu bauen, Holz, das wir dringend brauchen, um CO zu speichern, Holz, das zum Teil im Wald verbleiben muss, um Humus zu bilden, da sind wir uns ganz schnell einig, Holz, das geerntet werden muss, bevor der Borkenkäfer ins Holz geht, geerntet werden muss, um aus den Stämmen Bretter zu sägen, um aus den Ästen Hackschnitzel zu machen für CO neutrale Bio2- masseheizungen. Alles Weitere in der zweiten Runde. Vielen Dank. (Beifall der CDU)

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