Martin Louis Schmidt
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kollegen! Frau Ministerin Schmitt, die Dachmarkendiskussion gehörte zweifellos zu den Höhepunkten einer sehr, sehr niveauvollen Arbeit in der Tourismus-Enquete. Es wurde aber bis heute leider viel zu wenig aus dieser Steilvorlage gemacht. Das ist das Problem. Wie ambitionslos und müde die offiziellen touristischen Marketingbemühungen unseres Bundeslandes leider vielfach sind, zeigt sich auch in den Antworten vom 14. März auf eine Kleine Anfrage meiner Person zum Standortmarketing. Da heißt es dann zum Beispiel aus dem Ministerium von Daniela Schmitt zur Sichtbarkeit der Wirtschaftsstandortmarke und Tourismusmarke RheinlandPfalz.Gold – ich zitiere –: „Inwieweit [diese] in der breiten Bevölkerung Aufmerksamkeit findet, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.“ Ahnungslosigkeit und Unwille zur Evaluation auch bei der Frage nach der Wirkung der Gold-Marke jenseits der Landesgrenzen, heißt es doch in der Tourismusmarketing jenseits der Landesgrenze noch sind diese aktuell geplant.“ Frau Kollegin Köbberling, man kann den Standpunkt vertreten, dass man das jetzt vielleicht sinnvollerweise nach der Sommersaison macht, weil man dann eine Art Normalisierung nach Corona hat, aber hier steht eindeutig, dass das gar nicht geplant ist. Angesichts der mittlerweile bereits mehrjährigen Existenz der eigenen Dachmarke ist dieses Desinteresse im Sinne einer möglichst erfolgreichen PR jedenfalls überhaupt nicht nachvollziehbar. Im Gegenteil, es nährt die von der AfD-Fraktion ausdrücklich geteilten Vorwürfe, die rheinland-pfälzische Markenkonzeption sei im Vergleich zu anderen Dachmarken etwa in SchleswigHolstein oder Niedersachsen zu weit hergeholt und biete nur wenig Identifikationspotenzial für die breitere Bevölkerung. Am Geld kann es beim Thema „Markenpflege“ und bei der aktuellen Tourismusförderung des Landes aber eher nicht liegen; denn die bereitgestellten Haushaltsmittel wurden in den vergangenen Jahren nicht einmal ganz abgerufen. Schließen möchte ich mit einer – das wurde auch schon betont – Erinnerung an die wertvolle Tätigkeit der Enquete-Kommission „Tourismus“ in der letzten Legislaturperiode, die ich auch selbst miterleben durfte. Damals wurde – das muss man sich immer wieder klarmachen – sehr viel substanzielle Grundlagenarbeit geleistet. (Glocke des Präsidenten) – Ich komme zum Schluss. Diese scheint mir aber – das ist heute das Problem – vielfach aus den Augen geraten zu sein. Die Landesregierung und unser Landtag insgesamt sollten hieran wieder stärker anknüpfen, damit RheinlandPfalz tourismuspolitisch nicht weiterhin unter seinen Möglichkeiten bleibt, sondern diese in Zukunft nach besten Kräften ausschöpft und damit zum Wohle des ganzen Landes beiträgt. Danke sehr. (Beifall der AfD)
