Helge Schwab
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen! Auch ich danke für dieses Thema im Rahmen der heutigen Aktuellen Debatte „Garanten für Versorgungssicherheit unterstützen – Zukunftsweisende Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz schaffen“; denn genau damit zeigen wir als Parlamentarier unmissverständlich, dass es neben der Hochtechnologie, in der wir von heute auf morgen zum Weltmarktführer wurden, noch andere Dinge gibt, in denen wir Weltklasseformat vorweisen können. Biotech ist zwar das neue Markenzeichen für Forschung made in RheinlandPfalz. Biotechnologie leisten aber auch unsere Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz, jeden Tag, sieben Tage die Woche, dies nicht erst seit Corona. Unsere Bauern und Winzer in Rheinland-Pfalz leisten mit ihrem Wirken jeden Tag einen wichtigen Beitrag für unsere Heimat und all unser täglich Brot. (Beifall der FREIEN WÄHLER, bei der CDU und bei der FDP) Der Gemüsegarten des Landes ist natürlich die Pfalz. Von dort kommen Lebensmittel erster Güte; die LKW des Pfalzmarkts, aber auch die der Direktvermarkter fahren frische Produkte aus unserer Heimat in andere Regionen, andere Bundesländer und nach Europa. (Abg. Marco Weber, FDP: Eifel!) Fast 70 % der deutschen Weine wachsen in Rheinland-Pfalz. Damit sind wir das Weinland Nr. 1 in Deutschland. (Abg. Marco Weber, FDP: Eifel!) Sechs der insgesamt 13 deutschen Anbaugebiete gehören zu Rheinland-Pfalz: Rheinhessen, Pfalz, Mosel, Nahe, Mittelrhein und Ahr. (Beifall des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) 7.500 Betriebe erzeugen hier jährlich rund 6 Millionen Hektoliter Wein. Unsere Winzer erzeugen und veredeln Weine von Weltruf. Deutscher Wein ist angesagter denn je. (Vizepräsident Matthias Lammert übernimmt den Vorsitz) Insofern ist es richtig, die Leistungen unserer Landwirte auf den Feldern und im Weinbau hier und heute öffentlich zu würdigen, aber auch die Tierhalter haben es mehr als verdient, heute in unserer Mitte ihren Platz einzunehmen. Sie sind es, die dafür sorgen, dass auch Secondhandvegetarier wie ich auf Qualität aus Rheinland-Pfalz zählen können. (Beifall und Heiterkeit des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER – Heiterkeit des Abg. Johannes Zehfuß, CDU) Doch sowohl die Bauern auf dem Feld als auch die Winzer und die Tierhalter haben es immer schwerer, ihre Arbeit für unsere Ernährung und somit unser Wohlbefinden zu leisten. Die Rahmenbedingungen verschlechtern sich von Tag zu Tag. Wenn die Europäische Union eine Sau durchs Dorf treibt, zittern Landwirte und fürchten um ihre Arbeitsgrundlagen, ja um ihre Existenz. Viele Landwirte sehen aufgrund fehlender Perspektiven dann nur noch die Möglichkeit, ihre wertvolle Arbeit für uns einzustellen oder sich von Teilen ihrer Betriebe zu trennen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, auch unser geschätzter Kollege Marco Weber hat seit letztem Jahr kein Schwein mehr. (Heiterkeit bei den FREIEN WÄHLERN, bei der CDU und bei der AfD) Im Stall, versteht sich. Somit treibt er nur noch hier im Plenum ab und zu eine Sau durchs Dorf. (Beifall und Heiterkeit bei den FREIEN WÄHLERN – Heiterkeit bei der CDU, bei der AfD sowie des Abg. Marco Weber, FDP) Er hat wie viele andere Landwirte nach über 50 Jahren und drei Generationen die Schweinezucht aufgegeben. Wenn ein Bauer für ein Mastschwein oder ein Ferkel keine auskömmlichen Verkaufserlöse mehr erzielen kann, läuft etwas falsch in unserem Land. Wollen wir wirklich Schweinezuchtbetriebe in Hochhäusern unterstützen, wie sie derzeit in China stehen? Wollen wir künftig nur noch Massenprodukte aus dem Ausland, auf deren Verpackung wohlklingende Herkunftsnamen stehen? Ist dies die Zukunft unserer Fleischproduktion? – Wir FREIE WÄHLER wollen das nicht. (Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER: Genau!) Insekten statt Steak will ich auch nicht. (Beifall bei den FREIEN WÄHLERN) Wir FREIE WÄHLER wollen den Landwirten in unserem Land die Arbeit ermöglichen, gerade mit Förderungen und Programmen, damit auch künftige Generationen noch wissen, dass die Kuh nicht lila ist, sondern glücklich auf der Weide oder im Stall beim Bauern nebenan steht. Die Hofübernahmeprämie ist hierfür ein Schritt in die richtige Richtung. Unsere Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, dass wir in unserem Land Biotechnologieproduzenten haben, auf die wir alle stolz sein dürfen und auf die wir uns auch in Zukunft verlassen können. Wir müssen unsere Bauern in der Nachbarschaft wieder wertschätzen, müssen sie als Parlamentarier von persönlich motivierten und ideologiegetriebenen Verboten und Regelungen aus den Parlamenten schützen, dürfen stolz auf unsere Produkte made in Rheinland-Pfalz sein. Wir müssen gemeinsam verhindern, dass es Klagen gegen typische Gerüche, Geräusche und Ähnliches in der Landwirtschaft gibt; denn dies ist Tradition und auch ein Stück rheinland-pfälzische Heimat. (Glocke des Präsidenten) – Ich komme gleich zum Schluss. Egal ob im Hunsrück, im Westerwald, in der Eifel oder in der Pfalz: Grunzt das Ferkel ganz entzückt, ist dies für uns ein großes Glück. (Heiterkeit des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) In diesem Sinne danke schön den Bauern und Winzerinnen sowie den Bäuerinnen und Winzern in Rheinland-Pfalz. Danke schön. (Beifall der FREIEN WÄHLER, bei der CDU und bei der AfD – Staatsminister Michael Ebling: And God Save the King!)
