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Johannes Zehfuß

CDU 01.03.2023 Sitzungen 18/39

Nase hoch tragen ist untertrieben! – Weitere Zurufe von der CDU) Wir haben nämlich im Bundesländervergleich den drittgrößten Standort an Humanmedizin, nach München und Berlin. (Abg. Gordon Schnieder, CDU: Gerolstein! Super!) Jetzt haben Sie neue Statistiken in den Ring geworfen, um deutlich zu machen, dass das alles nichts sei, was die Universität Mainz hier leistet. (Zurufe der Abg. Anke Beilstein und Gordon Schnieder, CDU) Sie haben gesagt, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt führen die Statistik an, was die Ausbildung angeht. Wenn Ihre These stimmt, es liegt allein daran, dass an der einen oder anderen Stelle ein Arztsitz in RheinlandPfalz nicht besetzt werden kann, sollten Sie sich einmal die Ärztedichte pro Einwohner anschauen. Bundesweit liegt sie bei etwa 200 Einwohnern je Arzt. Das ist unsere Ärztedichte, und die hat sich seit den 80er-Jahren verdoppelt. Auch in Rheinland-Pfalz – das hat die Große Anfrage gezeigt, Sie zitieren immer nur sehr selektiv – hat sie sich deutlich verbessert. Wir haben in den letzten Jahren 20 % mehr Ärztinnen und Ärzte in unseren Kliniken, (Zuruf des Abg. Martin Brandl, CDU) und auch die sorgen dafür, dass wir eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum haben. Wenn das stimmen würde, was Sie zu Sachsen-Anhalt und MecklenburgVorpommern vorbringen, wundert mich tatsächlich, wieso es dort signifikant mehr freie Arztsitze als in Rheinland-Pfalz gibt, wieso es signifikant mehr Probleme gibt, Arztstellen in den Kliniken zu besetzen, und wieso es in einem dieser Bundesländer ein Universitätsklinikum gibt, das noch nicht einmal mehr ein Maximalversorger ist. Insofern sollten Sie Ihre These überdenken, ob das, was Sie hier so klamaukhaft vortragen, tatsächlich stimmt. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Zurufe von der CDU) Wir haben nämlich in den letzten Jahren unsere Hausaufgaben gemacht. Andere Bundesländer ziehen jetzt nach. Wir haben unsere Studienanfängerzahlen um 15 % erhöht. (Zuruf des Abg. Gordon Schnieder, CDU) Wir haben, um einen Klebeeffekt zu generieren, den Medizincampus Trier aufgelegt. Ja, wir haben keine Mittel und Wege gescheut, im wahrsten Sinn des Worts. Wir waren das erste Bundesland mit der Landarztquote, (Zuruf des Abg. Dr. Christoph Gensch, CDU) die wir eingeführt haben und die sich sehr großer Beliebtheit erfreut. (Zurufe von der CDU und des Abg. Sven Teuber, SPD) Wenn Sie es aber ernst meinen, was Sie hier vorbringen, dann lade ich Sie herzlich ein, diesen Diskurs auch sachorientiert zu führen, Herr Gensch. Die wissenschaftliche Community in Deutschland warnt nämlich davor, ein „Medizinstudium light“ zu propagieren. Sie loben den geschätzten Kollegen Bundesgesundheitsminister für eine Zitatäußerung, verkennen aber, dass für die Approbationsordnung – das ist der limitierende Faktor, nämlich Ausbildungsplatz pro Krankenbett – auch der Bund zuständig ist. Wir warnen sehr eindringlich davor zu sagen, dass wir diesen Faktor noch weiter limitieren, weil wir dann an anderer Stelle die Frage beantworten müssen, ob wir Medizinstudienplatzkonzeptionen haben werden, die jetzt so gelobt werden, auch im ganzen Land, in manchen Staaten der Europäischen Union, aber auch im Sinne eines Fernstudiums mit Malta, zum Beispiel. Herr Gensch, ist es tatsächlich das, was Sie für Deutschland, für gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, die sich dann um unsere Bürgerinnen und Bürger kümmern, wollen? Ich lade Sie gern dazu ein, das zu diskutieren. Lassen Sie es uns aber sachorientiert und ohne Ihren Klamauk machen. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP –

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