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Martin Haller

SPD 01.03.2023 Sitzungen 18/39

Aber hallo!) Faktenwissen bleibt wichtig. Das Erlernen von Lesen, Schreiben, Basiskompetenzen, Rechnen, alles das kann uns nicht von Künstlicher Intelligenz abgenommen werden, vor allem auch nicht das kritische Denken. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP sowie des Abg. Michael Frisch, AfD) Was wir auch brauchen, ist ein grundlegendes Verständnis der Funktionsweise. Das ist hier schon angesprochen worden. Nur wenn wir zumindest wissen, wie Künstliche Intelligenz, wie ChatGPT in den Grundzügen funktioniert, können wir am Ende die Ergebnisse einordnen und damit umgehen. Wir brauchen neue Lern- und Prüfformate. Auch das ist klar. Wie setzt man KI im Unterricht, wie setzt man sie zu Hause ein? Wir müssen die Möglichkeiten didaktisch sinnvoll nutzen. Ich sage das ganz offen, Verbote von Künstlicher Intelligenz, von ChatGPT in unseren Schulen machen keinen Sinn. Das ist die Realität, das ist die Gegenwart, und es ist die Zukunft. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Wir müssen uns aber auch nicht verstecken. Unsere Schulen, unsere Lehrerinnen und Lehrer in Rheinland-Pfalz, unsere Schülerinnen und Schüler können sehr gut damit umgehen. Kollege Teuber hat gerade schon das KarolinenGymnasium in Frankenthal erwähnt. Das ist ein Beispiel, aber es gibt darüber hinaus viele, viele andere Schulen, in denen Künstliche Intelligenz im Unterricht eingesetzt wird. Das ist gut so; denn Künstliche Intelligenz – das, finde ich, ist ein Punkt, den wir auch nicht vergessen dürfen – kann zur Bildungsgerechtigkeit beitragen. KI-Systeme können Schülerinnen und Schülern personalisierte Lernerfahrungen bieten. Sie können adaptieren auf das, was Schülerinnen und Schüler können. Sie können sie individuell fördern, individuelle Stärken und Schwächen können stärker abgebildet, Schülerinnen und Schüler können da abgeholt werden, wo sie stehen. Ich denke, auch diese Chance für die Bildungsgerechtigkeit müssen wir ergreifen. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP) Ich habe es gerade gesagt, die Schulen können schon viel, aber natürlich brauchen sie auch die Unterstützung. Sie müssen bei diesen neuen, bei diesen rasanten Entwicklungen begleitet werden. Genau das tun wir. Wir haben quasi einen Thinktank in Rheinland-Pfalz – so etwas gibt es nur in RheinlandPfalz –, das Digitale Kompetenzzentrum – es ist schon mehrfach erwähnt worden – beim Pädagogischen Landesinstitut. Das ist eine Stelle, die alle Schulen in Rheinland-Pfalz über neueste Technik und Pädagogik berät. Das Digitale Kompetenzzentrum vernetzt Wissenschaft und Schulpraxis, es stellt Materialien bereit. Es baut derzeit an einem Serviceportal DigiKomp, also auch noch einmal ganz konkret auf die Digitalisierung, auf die Notwendigkeiten, auf das Thema „KI“ angewendete und vor allen Dingen zur Verfügung gestellte Materialien. Es gibt entsprechende Fortbildungen beim Pädagogischen Landesinstitut, die stark nachgefragt sind, die jetzt im März, April zum Thema „ChatGPT“ starten. Zum Thema „Künstliche Intelligenz“ gibt es schon viele. Ich glaube, es ist wichtig, dass genau das genutzt wird. Wir sehen bei den Lehrerinnen und Lehrern, dass es großen Bedarf und großes Interesse gibt. Die KMK-Ebene – Kollege Teuber hat es erwähnt – arbeitet an gemeinsamen Empfehlungen. Ich wünschte mir, dass wir gemeinsam, alle Bundesländer, eine einheitliche Handreichung für die Schulen zur Verfügung stellen. Wir sind mit in der Arbeitsgruppe. Ich denke, wir werden zu guten Ergebnissen kommen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, das 21. Jahrhundert ist da. Wir leben quasi in dem, was wir uns früher einmal nur als Zukunft oder als irreal vorgestellt haben. Ich denke – nur noch einen Satz dazu –, die Schule der Zukunft, die wir mit dem Bildungsministerium, mit den Schulen hier in Rheinland-Pfalz machen, ist die richtige Antwort auf Umwälzungen. Wir zeigen, dass es wichtig ist, sich mit neuen Lehr- und Lernformaten zu befassen, nicht erst dann, wenn es irgendwann einmal soweit ist, sondern schon jetzt proaktiv, und das tun unsere Schulen in Rheinland-Pfalz. Vielen Dank. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Philipp Fernis, FDP)

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