Joachim Paul
Sehr geehrte Kollegen, liebes Präsidium! Was ist die AfD für eine Partei, und warum wird sie gewählt? Die AfD ist eine einwanderungskritische, rechtskonservative bzw. rechtspopulistische Partei, die die Ängste in der Bevölkerung aufgreift und Themen anspricht, die die anderen Parteien nicht ansprechen. (Abg. Michael Frisch, AfD: Hört, hört! – Zuruf des Abg. Philipp Fernis, FDP – Unruhe im Hause) Die AfD schließt damit eine Repräsentationslücke. (Glocke des Präsidenten) So weit, so gut, das sagt die KI. Ich bin damit einverstanden. Die gleiche KI bzw. das Interface des Sprachmodells ChatGPT hat das Abitur mit einer 3,3 bestanden, wenn auch mit leichten Schwächen in Mathematik. Die Korrektoren bemängelten unter anderem umständliche Rechenwege. Immerhin, die drei ist bekanntlich die eins des kleinen Mannes. (Zuruf des Abg. Philipp Fernis, FDP – Unruhe im Hause – Glocke des Präsidenten) Die AfD ist die Partei des kleinen Mannes. (Beifall der AfD) Als Patriot habe ich natürlich unter anderem auf das deutsche Sprachmodell Lominous des Heidelberger Unternehmens Aleph Alpha zurückgegriffen. Das schlägt sich in der Spitzengruppe der Sprachmodelle, die laut Börsenzeitung von chinesischen, US-amerikanischen und israelischen Unternehmen dominiert werden, immerhin noch recht gut. Aleph Alpha-Chef Andrulis, der in der Forschungsabteilung von Google gelernt hat, formulierte jüngst im Handelsblatt sieben Thesen, vier davon möchte ich anführen. Ich halte sie für sehr prägnant. Erstens: KI löst eine industrielle Revolution aus. Zweitens: Bislang haben sich die Menschen an die Bedürfnisse der Maschine angepasst, jetzt ist es umgekehrt. Drittens: Gerade entsteht die Infrastruktur der digitalen Welt der Zukunft. Viertens: Im Bereich KI hat Europa eine faire Chance, aber eben nicht mehr lange. Tatsächlich muss Deutschland mehr tun, um hier seine technologische Souveränität zu wahren und zu verteidigen. Der KI-Bundesverband sagt, es wäre gefährlich und fahrlässig, die technologische Entwicklung den großen TechKonzernen in den USA und China zu überlassen. Wir dürfen jetzt nicht zögern und die Chance vergeben, die Zukunft mitzugestalten. Der Verband fordert unter anderem den Aufbau eines KI-Hochleistungsrechenzentrums. Es ist also höchste Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Ein Blick auf die Chronologie. Am 23. Januar habe ich eine Kleine Anfrage zum Interface ChatGPT, basierend auf GPT-3 und perspektivisch GPT-4, und den Herausforderungen in der Schule gestellt. Wir hatten dann am 27. Februar einen Bericht im Trierischen Volksfreund über Künstliche Intelligenz. Wir haben dann noch einen Berichtsantrag gestellt. Jetzt flattert uns die Aktuelle Debatte der SPD ins Haus. Sie haben sie gerade eben begonnen, aber wir waren immerhin schneller und erster. (Zurufe von der SPD: Oh!) Wir waren die erste Fraktion, die das Thema gesetzt hat. Das gehört zur Vollständigkeit dazu. Wieder einmal haben wir es auf die Tagesordnung gesetzt. Wir finden gut, dass angesichts dieser Relevanz die SPD diese Debatte eingebracht hat. Nicht so gut finden wir hingegen, dass die Landesregierung diesen Komplex bisher sehr stiefmütterlich behandelt hat. Der Trierische Volksfreund stellte fest, das rheinland-pfälzische Bildungsministerium habe – ich zitiere – „bislang kaum Vorbereitungen auf die Verbreitung Künstlicher Intelligenz an den Schulen getroffen“. – Zitatende. Offenkundig hat sich auch der SPD-Kanzler noch nicht mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt, sonst würde Scholz nicht von 90 Millionen Zuwanderern sprechen, die wir angeblich in Deutschland bald brauchen werden. Das Motto für die Einwanderung der Zukunft kann nämlich nur lauten, gerade im Zeitalter von KI – Frau Groß hat es anklingen lassen –, Qualität statt Quantität. Masseneinwanderung ist von gestern. Für einfache Tätigkeiten, die heute häufig unqualifizierte Zuwanderer verrichten, werden künftig keine Menschen mehr benötigt. Das ist eine zentrale Lehre aus dem Aufstieg der Künstlichen Intelligenz. Die Chancen, die sich daraus für eine vergreisende Gesellschaft ergeben, sind immens und groß. Die Chancen übersteigen die Risiken bei Weitem. Auch mit weniger Menschen in Deutschland könnten wir künftig sehr gut zurechtkommen. Die Künstliche Intelligenz wird für große Veränderungen in der Arbeitswelt sorgen. Doch in dieser Aktuellen Debatte hat die SPD das Klassenzimmer in den Mittelpunkt gerückt. Tatsächlich müssen sich unsere Lehrer mit KI und ChatGPT möglichst bald auseinandersetzen; denn die KI wird über die nächsten Jahre immer besser werden und die Schule vor große Herausforderungen stellen. Die Textproduktion im Rahmen der Leistungsfeststellung in der Schule dürfte deutlich an Wert verlieren, mündliche Prüfungen notwendigerweise an Wert gewinnen. Wir müssen die Schüler in die Lage versetzen, ChatGPT mit kritischem Geist zu nutzen und nicht alles für bare Münze zu nehmen, was der Chatbot in einem vielleicht gefälligen Fließtext ausspuckt. Wir müssen die Schüler dazu bringen bzw. in die Lage versetzen, ganz präzise Fragen zu stellen; denn darauf kommt es an. Die Frage steht am Anfang des Outputs, der so wichtig sein kann für die Schule und den Lernerfolg. (Glocke des Präsidenten) Ich komme in der zweiten Runde zu unseren konkreten Hinweisen und Bemerkungen zum Schulalltag. Vielen Dank und bis zur zweiten Runde. (Beifall der AfD)
