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Ralf Schönborn

AfD 26.01.2023 Sitzungen 18/37

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Dass die FREIEN WÄHLER wieder einmal ein eindeutiges Bundesthema im Landtag besprechen, lasse ich in meiner Argumentation außen vor; denn das Anliegen, das Frau Jeckel vorgebracht hat, ist richtig. Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir hat beinahe im Alleingang die Mitgliedschaft der Bundesrepublik Deutschland im Internationalen Jagdrat CIC nach 35 Jahren beendet und damit unter anderem wichtigen jagdlichen Interessenvertretungen wie beispielsweise dem Deutschen Jagdverband ordentlich vor den Kopf gestoßen. Dahin gehend war zu vernehmen, dass man nicht mit dem Umgang des CIC mit der Tötung von Tieren in Form von Trophäen einverstanden sei und die Bejagung von geschützten Arten der grundsätzlichen politischen Ausrichtung der Bundesregierung entgegenstehe. Dieser allem Anschein nach ideologisch und moralgetriebene Alleingang des grünen Ministers verfehlt seine Ziele allerdings völlig. Die vielfältigen Dialogangebote zur Auslandsjagd auf internationaler Ebene sind von großer Bedeutung für die Vertragspartner, auch für Deutschland. Außerdem verspielt die Bundesregierung durch diese Entscheidung wichtiges Vertrauen. Das kritisieren wir als AfD-Fraktion sowohl in Rheinland-Pfalz als auch auf der Bundesebene. Meine Damen und Herren, in jedem Fall sollten die Leistung und der Nutzen des CIC für den Erhalt der Natur Anerkennung finden. Eigenen Angaben zufolge setzt sich der Internationale Jagdrat für die Förderung und Unterstützung des Erhalts von Wildtieren, Biotopen sowie von Gemeinschaften von Menschen und deren Traditionen einschließlich nachhaltiger Nutzung und Jagd ein. Das hat Frau Jeckel eben erläutert. Das ist ein Anliegen, das grundsätzlich zu begrüßen ist. Die grüne Forderung nach einem effektiven Ende der Trophäenjagd greift daher zu kurz; denn sie verkennt die Auswirkungen des Jagens insbesondere für den afrikanischen Kontinent und seine Bevölkerung. (Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Jawohl, sehr gut!) Oftmals entsteht der Eindruck, dass die sogenannte Trophäenjagd mit Wilderei gleichzusetzen sei. Doch in der Regel wird im Rahmen von gesetzlichen Regelungen gejagt. Sind diese Regelungen zielführend und gut überwacht, bringen sie den internationalen Artenschutz voran und sind sogar notwendig für diesen. Kontrollierte Jagd beugt außerdem der Wilderei vor, was anschaulich in Kenia zu beobachten ist. Seit dem Jagdverbot dort, das seit 1977 gilt, gingen außerhalb umzäunter und bewachter Nationalparks 80 % der ursprünglichen Wildbestände durch Wilderei und Verdrängung durch den Menschen verloren. Zudem hat eine Überpopulation einer Tiergattung auf einer begrenzten Fläche nicht selten zur Folge, dass die eigenen Lebensräume zum Beispiel aufgrund von Nahrungsmangel und Inzucht zerstört werden. Als Beispiel dienen hier die Elefanten von Botswana. Meine Damen und Herren, Jagd und Artenschutz dürfen im Gesamten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Offensichtlich weiß das durch die Grünen geführte Bundeslandwirtschaftsministerium bezüglich des CIC nicht, was es tut; denn die möglichen Konsequenzen für die einheimischen Afrikaner durch die getroffene Entscheidung sind enorm; denn aus einem etwaigen Verbot der Importe von Jagdtrophäen könnten unter anderem massive Einkommensverluste einer oft sehr armen Landbevölkerung resultieren. Die Einnahmen durch diese Jagdtrophäen können als eine Art Entwicklungsmaßnahme etwa für das CIC-Mitglied Namibia gesehen werden, wohingegen ganze Wirtschaftszweige und Teile der Infrastruktur zerstört und gefährdet werden, wenn deutsche Jäger keinen finanziellen Beitrag leisten. Dass diese fehlenden Einnahmen dann durch Fototourismus ersetzt werden können, wird von dortigen Experten als Wunschdenken bezeichnet. Nicht zuletzt wäre durch das Importverbot von Jagdtrophäen das Selbstbestimmungsrecht der Afrikaner betroffen. Enden möchte ich mit zwei Zitaten aus der Dokumentation „Grüne Fakten über grüne Ignoranz“, die sich genau mit dieser Thematik in Namibia auseinandersetzt. Maxi Pia Louis, Direktorin des Dachverbands der namibischen Naturschutzgebiete, sagt: „Wir Afrikaner leben von der Jagd. Wenn man sie abschafft, nimmt man den Menschen ihre Lebensgrundlage. Man tötet sie.“ Der Wissenschaftler und Direktor der namibischen Umweltkammer, Dr. Chris Brown, spricht die Grünen in Deutschland direkt an, wenn er fragt, „Interessiert Ihr Euch für die Menschen in Afrika, die mit ihren Wildtieren leben? Wenn Ihr das mit ,Ja‘ beantwortet, dann ist der Versuch, die Jagd abzuschaffen, der falsche Weg.“ (Abg. Nico Steinbach, SPD: Davon hat gar keiner gesprochen! –

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