Michael Frisch
Ja!) Nicht nur der IQB-Bildungstrend, auch die Rückmeldung von Lehrern und Hochschulen sagen exakt das Gegenteil. Selbst der Hausvorstand des Bürgers erkennt, dass wir es hier mit einer Bildungsmisere gerade im Bereich der Mathematik zu tun haben. Eine völlige Verkennung der Lage illustriert ein weiteres Zitat von Bettina Brück vom 30. Januar 2020 – ich zitiere aus dem Plenarprotokoll –: „Ich glaube, es ärgert Sie ziemlich, dass wir 29 Jahre gute, erfolgreiche und zukunftsgerichtete Bildungspolitik machen. Das ärgert Sie. Aber es wird Sie auch weiter ärgern; denn es wird so bleiben.“ Auch auf der Titanic hat das Orchester bis zum Schluss gespielt. Ich erkenne hier Parallelen. (Zuruf des Abg. Philipp Fernis, FDP) Ein gutes Jahr später wurde die PR-Managerin – das ist Bettina Brück im wirklichen Sinne – Staatssekretärin. Was für eine Fehlbesetzung. Erst wenn die Landesregierung die Fakten, also die Realität anerkennt, können im nächsten Schritt die richtigen Schlussfolgerungen gezogen werden. Immerhin, ein einziges Mal hat Bildungsministerin Hubig den Schleier kurz gelüftet, und zwar in der Antwort auf unseren Antrag „Überprüfung der Rechtschreibung“. Im September 2021 teilte Frau Hubig Folgendes mit – ich zitiere –: „In den ersten beiden Jahren der weiterführenden Schulen liegt der Schwerpunkt auf einer behutsamen Hinführung zur normgerechten Schreibung.“ (Zuruf der Staatsministerin Dr. Stefanie Hubig) Wohlgemerkt, an der weiterführenden Schule eine behutsame Hinführung zum normgerechten Schreiben, (Abg. Michael Frisch, AfD: Ei, ei, ei!) ich weiß nicht, das ist eigentlich eine bildungspolitische Kapitulationserklärung. (Zuruf des Abg. Philipp Fernis, FDP) Klarer kann das Eingeständnis, dass in der Grundschule der Auftrag einer fehlerfreien Rechtschreibung nicht einmal mehr annähernd erfüllt wird, nicht ausfallen. Das ist eine Kapitulation, ich sagte es schon. (Abg. Michael Frisch, AfD: Ein Desaster!) In diesem einen Satz verdichtet sich das Scheitern der rheinland-pfälzischen Bildungspolitik, und das im Prinzip seit 29 Jahren. Was ist also zu tun? – Wir, die AfD-Fraktion, fordern die Landesregierung auf, erstens an den Grundschulen den Unterricht in Deutsch und Mathematik um jeweils eine Lehrerwochenstunde zu erhöhen, zweitens die Einbindung von Schülern mit unzureichenden Deutschkenntnissen in den Regelunterricht zu untersagen, drittens eigene Deutschklassen einzurichten für Schüler, die die Unterrichtssprache nicht ausreichend beherrschen, viertens keine ideologisch motivierte Inklusion um jeden Preis zu betreiben, fünftens vielfältige Formen der Inklusion zu erlauben, wie zum Beispiel die Unterrichtung unter einem Dach, also in einem gemeinsamen Schulzentrum, aber in getrennten, differenzierten Klassen, sechstens dem Bildungsbereich oberste Priorität einzuräumen und den Lehrermangel endlich mit voll ausgebildeten Lehrern zu bekämpfen, siebtens die bis zum Jahr 2008 bestandene Pflicht von 10 bis 12 Diktaten pro Jahr für die Dritt- und Viertklässler wieder einzuführen – das Diktat ist eine Königsklasse –, achtens die Methode „Schreiben nach Gehör“ auch in ihren Teilelementen abzuschaffen und die Anlauttabelle aus dem Unterricht zu entfernen. Dann wird der nächste Bildungstrend nicht erneut zum Desaster. Das versprechen wir Ihnen. Vielen Dank. (Beifall der AfD)
