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Daniel Köbler

GRÜNE 26.01.2023 Sitzungen 18/37

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen! (Abg. Martin Haller, SPD: Sag mal was zum WDR! Ich will was hören!) Ich denke, dass der Stellenwert der Weiterbildung sehr hoch ist und er erst am Beginn ist. (Abg. Martin Haller, SPD: Ja, besonders nach dieser Rede!) Uns wird allen noch bewusst werden, wie wichtig eigentlich Weiterbildung ist und in Zukunft sein wird. Das ist angedeutet worden. Wir stehen vor großen Transformationsaufgaben am Arbeitsmarkt, bei unserer Wirtschaft und in unserer Gesellschaft insgesamt. Die Transformation ist vielgestaltig. Auch die ökologische Transformation zur Dekarbonisierung zum Erreichen der Klimaschutzziele wird unsere Art des Wirtschaftens, des Lebens, des Arbeitens grundlegend verändern. Ich glaube, da ist die Weiterbildung als grundlegende Aufgabe zu sehen, die sie jetzt schon wahrnimmt, aber die sie in Zukunft noch stärker wahrnehmen wird sowohl bei der Frage der berufsorientierten Weiterbildung als auch bei der Frage der Alltagsgestaltung, des Alltagsverhaltens, wie wir uns in dieser klimaneutralen Form des Lebens und Wirtschaftens als Menschen künftig verhalten und Zukunftschancen dort haben und sehen. Die Fragen der Digitalisierung sind ganz wesentlich Weiterbildung betreffend. Zum einen hat Weiterbildung die Aufgabe, die Generationen, die nicht mit der Digitalisierung aufgewachsen sind, diese nicht im Schulbildungssystem erlebt haben oder in der Ausbildung, sozusagen im Alter weiterzubilden. Auf der anderen Seite ist Digitalisierung ein Prozess, der immer weitergeht und innerhalb dessen auch die Digital Natives von heute sozusagen auch morgen und übermorgen mit Sicherheit neue Erkenntnisse, Anwendungsmöglichkeiten und auch ethische Fragestellungen von Digitalisierung – ich denke einmal an KI in allen Lebensbereichen – über Weiterbildung vermittelt bekommen und sich damit auseinandersetzen. Es geht also zum einen darum, beruflich in der Arbeitswelt, in der Wirtschaft der Zukunft teilhaben zu können, zum anderen aber auch an der Gesellschaft, am gesellschaftlichen Diskurs und dem immer wieder Hinterfragen von Entwicklungen, in denen Weiterbildung eine ganz herausragende Rolle spielt und wie ich glaube, auch spielen wird. Es wird in der Antwort auf die Große Anfrage sehr deutlich, dass aber auch umgekehrt für die Weiterbildung selbst die Digitalisierung, die Transformation eine große Herausforderung ist. Wenn ich eine Zahl nennen darf: 2019 über eine halbe Million Teilnehmende in Rheinland-Pfalz an Weiterbildung – das ist jeder achte Rheinland-Pfälzer –, im letzten Corona-Jahr nur noch gut 200.000. Ich glaube, das muss man als Herausforderung sehen. Wir sehen es auch in anderen Bereichen. So einfach, wenn die Corona-Beschränkungen jetzt aufgehoben sind, kommen die Menschen nicht mehr 1 : 1 zurück. Deswegen werden ein gewisser Modernisierungsdruck und gewisse Herausforderungen an die Weiterbildung selbst gestellt, für die wir Rahmenbedingungen setzen müssen, bei denen wir aber auf einem guten Weg sind. Was meine ich damit? – Es zeigt sich, dass Angebote immer mehr dann angenommen werden, wenn sie sehr flexibel aktuelle Themen mit wenigen Stunden betreffen und weniger dieses kontinuierliche „Ich fahre jede Woche zu einem Kurs, der über mehrere Monate geht“. Das wird weniger nachgefragt. Das hat vielleicht auch etwas mit Lebensgewohnheiten zu tun. Hier ist Digitalisierung eine Chance. Wir haben in der Corona-Pandemie sehr viel unterstützt, was Digitalisierung der Weiterbildungsträger angeht. Man kann über solche kleineren Einheiten, man kann vor allem im ländlichen Raum über Digitalisierung, über Onlinekurse eine ganze Menge machen. Man wird nicht alles damit ersetzen können, aber einiges, glaube ich. Hier ist wichtig, dass wir die finanziellen und die strukturellen Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Weiterbildung gegenüber Mitte der 90er-Jahren, in denen das Weiterbildungsgesetz Rheinland-Pfalz bundesweiter Vorreiter war, weiterentwickelt. Ich bin froh, dass das schrittweise angegangen wird. Zur Finanzierung haben wir im Landeshaushalt richtige Marken gesetzt. Es geht auch um die Stärkung der Förderung der hauptberuflichen pädagogischen Fachkräfte. Wir haben das Ziel, langfristig 1 % für Weiterbildung auszugeben, und haben die Voraussetzungen geschaffen. Herr Rieger, ich stehe auch im Dialog mit den Weiterbildungsträgern. Die Themen „Projektfinanzierung“, „institutionelle Finanzierung“, die Frage von Entbürokratisierung von Anträgen, das sind Aufgaben, denen wir uns in Rheinland-Pfalz weiterhin stellen, um die Mittel, die im hohen Maße bereitstehen, bei der Weiterbildung ankommen zu lassen. (Glocke der Präsidentin) Ich wünsche in diesem Sinne, dass die Weiterbildungsträger, die WB 7, in Rheinland-Pfalz ihre Arbeit für die Menschen in unserem Land so gut fortführen können. Wir, die Landesregierung und die sie tragenden Fraktionen, geben dafür gute Rahmenbedingungen und sind bereit, über weitere Verbesserungen für die Weiterbildung zu reden. Herzlichen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD)

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