Ralf Schönborn
Herr Präsident, meine Damen und Herren! Wir besprechen heute die Ergebnisse des Waldzustandsbericht 2022. Dabei ist eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung, dass das Schadniveau über alle Waldflächen, Baumarten und Altersstufen in Rheinland-Pfalz auf dem sehr hohen Niveau der Vorjahre verbleibt. Vergleicht man die Waldschäden über alle Altersstufen und Baumarten hinweg, so lässt sich erkennen, dass in der Kategorie ohne Schadmerkmale in den letzten 20 Jahren ein Rückgang um knapp 19 Prozentpunkte zu beobachten ist. 2002 waren es noch 37,8 % aller untersuchten Bäume, die sich in diese Kategorie einordnen ließen, 2022 nur noch 19 %. Starke Kronenschäden, abgestorbene Probebäume und anhaltende Problematiken mit dem Borkenkäfer sind nur einige Herausforderungen, mit denen unsere heimischen Wälder zu kämpfen haben. Von einer höheren Absterberate sind – maßgeblich durch den Borkenkäfer verursacht – insbesondere Fichte, Kiefer und Buche betroffen. Dieser Sachstand gibt weiterhin Grund zur Sorge. Besonders hervorheben möchte ich in meiner Rede die Fichte, die immerhin 19,5 % des Waldflächenanteils aller Baumarten in Rheinland-Pfalz einnimmt. Sie wird als Brotbaum der deutschen Forstwirtschaft bezeichnet. Kein Wunder, gilt die Fichte doch als Urproduzent und Rohstofflieferant für die weiterverarbeitende Holzindustrie. Kranke Wälder sind aber nicht nur ein Problem für die Holzindustrie, Wälder dienen auch dem Schutz von Tieren, reinigen die Luft und speichern Wasser. Vorhin haben wir es hier gehört. Kurzum, sie sind für Mensch und Tier absolut notwendig. Deswegen setzt sich auch die AfD-Fraktion für robuste und standortgerechte Wälder ein. In dem Zusammenhang begrüßen wir ferner eine effektive Fördermittelvergabepraxis für Waldbesitzer und die Stärkung des Forstpersonals, das für die Waldbesitzer stets kompetenter Ansprechpartner und Ratgeber auch in Sachen Waldschäden ist. Meine Damen und Herren, nun müssen wir aber auch noch über ein Thema reden, das in der Debatte erwartungsgemäß zu kurz kommt und insbesondere Sie, von den Grünen, aber auch die restlichen Befürworter der sogenannten Energiewende nicht hören wollen: Der massive ideologische Ausbau der Windenergie wird dazu führen, dass weiter Rodungen in Wäldern vorgenommen werden müssen. (Vereinzelt Heiterkeit bei der SPD) Die Ampelregierung im Bund hat dahin gehend beschlossen, dass 2 % der Bundesfläche und somit auch 2 % der Fläche von Rheinland-Pfalz für Windenergie ausgewiesen werden. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Atomkraftwerke würden Sie im Wald bauen!) Für ein einziges Windrad wird dauerhaft eine Freifläche von etwa einem halben Hektar benötigt, die nicht selten abgeholzt werden muss. Zudem weist der ehemalige Umweltsenator Fritz Vahrenholt darauf hin, dass für Windfabriken in der Höhe des Kölner Doms intakte Ökosysteme zerschnitten, Böden durch Verdichtung und Betonfundamente versiegelt und auch die Hydrogeologie bzw. die Wasserführung unterbrochen werden. (Abg. Martin Haller, SPD: Wenn jemand von Windfabriken spricht, ist schon etwas schiefgelaufen!) Durch die Verwirbelungen hinter den Windrädern trocknet der Boden dann noch zusätzlich aus. Meine Damen und Herren, Sie reden vom Klimawandel und der Gefahr, die dieser für den Wald darstellt. Dabei ist die größte Gefahr für unseren Wald Ihre grüne Politik. (Beifall der AfD – Zuruf von der SPD: Die AfD ist die größte Gefahr!) Meine Damen und Herren von der Landesregierung, wenn Sie glaubwürdig etwas für den Schutz unseres Waldes unternehmen wollen, dann setzen Sie sich gegen die Errichtung weiterer Windkraftwerke im Wald ein, für die Bäume abgeholzt werden müssen. Hören Sie auf, Ihre fehlgeleitete Energiepolitik auf dem Rücken unserer Wälder und des echten Natur- und Umweltschutzes auszutragen. Es ist mehr als heuchlerisch, auf der einen Seite über den Zustand des Waldes und der Bäume zu lamentieren und auf der anderen Seite selbst die Motorsäge zu schwingen. (Beifall der AfD) Hier rede ich noch nicht einmal von der fehlenden energiepolitischen Sinnhaftigkeit, den durch die Rotorblätter getöteten Vögeln, Fledermäusen und Insekten. Meine Damen und Herren, im nächsten Waldzustandsbericht sollten dringend einmal die Auswirkungen des Windkraftausbaus auf den Zustand des Waldes aufgeführt werden. Warum das nicht schon längst getan wird, ist mir ganz klar. Sie haben vor unangenehmen Wahrheiten Angst und fürchten sich vor Ihren eigenen Widersprüchen, Herr Haller. Für uns als patriotische Heimatschützer ist der Wald als grüne Lunge eine Herzensangelegenheit. (Zurufe von der SPD) Meine Damen und Herren, machen Sie sich bitte einmal ehrlich und überprüfen völlig ideologiefrei, wie wir gemeinsam unsere Bäume und unseren Wald schützen und fördern können. Dann werden sich schon in den nächsten Jahren Fortschritte erzielen lassen, die wir fraktionsübergreifend anstreben. Vielen Dank. (Beifall der AfD)
