Joachim Paul
Sehr verehrtes Präsidium, liebe Kollegen! Die Brücke kommt. Ich bin auch dafür. Ich möchte mich aber noch einmal mit dem Thema „Innovation“ beschäftigen. Selbst der BDI, der Bundesverband der Deutschen Industrie, der nun wirklich nicht dafür bekannt ist, dass er besonders staatsnah ist, fordert mehr Investitionen in das Gebiet Forschung und Entwicklung, weil wir uns im Prinzip in der globalen Arena der Auseinandersetzung um Standortinteressen befinden. Was wir hier heute gehört haben, insbesondere im Hinblick auf die Innovationsagentur, waren wieder Überschriften. Bei dem Projekt, das ein gutes und wichtiges Projekt ist – wir leben im Zeitalter der Innovationsagenturen, schauen Sie nach Israel, schauen Sie in die USA –, fehlt der Austausch mit der Bundesebene. Zwar will die Innovationsagentur inkrementelle und nicht disruptive Innovationen fördern, aber es fehlt meines Erachtens die Aufnahme von Impulsen. Denken Sie an die Bundesagentur für Sprunginnovationen. Da müssten Impulse aufgenommen werden. Da kann man sich das anschauen. Ich habe das einmal mit einer Anfrage abgedeckt. Am Austausch hapert es noch. Solange da Ideenlosigkeit regiert und wenig Impulse von außen kommen, ist da meines Erachtens leider wenig zu erwarten. Das ist eigentlich ein Projekt, das eine große Zukunft verdient hätte. Auf der anderen Seite müssen wir die Translation in den Blick nehmen, das heißt, aus dem universitären Bereich in den Innovationsbereich in Richtung Produktentwicklung hinein. Da ist Deutschland sehr, sehr schwach aufgestellt. Bayern hat mit seinem Hochschulinnovationsgesetz erkannt, dass diese Translation verbessert werden muss. Es ist ein neuralgischer Punkt, aus der Forschung, aus dem akademisch-wissenschaftlichen Betrieb in die Produktionsentwicklung zu gehen und dort Start-up-Flächen zu schaffen. Da muss meines Erachtens Rheinland-Pfalz deutlich nachrüsten. Das ist meines Erachtens eine ganz zentrale Schnittstelle.
