Pia Schellhammer
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! 20 Jahre neue Ganztagsschule hier in Rheinland-Pfalz, und ich kann mich gut erinnern. Ich war nämlich 17 Jahre alt und saß in einer Veranstaltung der damaligen Bildungsministerin Doris Ahnen in Nieder-Olm zur Vorstellung der neuen Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz. Ich habe damals meine Jahresarbeit in der Oberstufe geschrieben und vier Schulen im Landkreis Mainz-Bingen auf dem Weg begleitet, eine neue Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz zu werden. (Abg. Johannes Zehfuß, CDU: Ach, deswegen!) Ich habe mit den Schulleitern gesprochen, Schüler:innen interviewt und gemerkt, da hat sich durch die Einführung einiges in der Schulgemeinschaft getan, und mir das genau angeschaut. Diese 20 Jahre, das ist mir jetzt in Erinnerung gekommen, sind schon ein ganz schöner Zeitraum. Deswegen bin ich dankbar, dass wir auf der Grundlage der Großen Anfrage jetzt die Möglichkeit haben, uns genau anzuschauen, was in den 20 Jahren passiert ist. Ich kann kurz vorwegnehmen, das Fazit meiner damaligen Jahresarbeit war: Es hat am Anfang ein bisschen geruckelt. Wenn man aber tatsächlich diesen Ausbau vorhat und wir uns die Zahlen anschauen, sind wir inzwischen bei 83,97 % angekommen – damals waren es knapp 14 % der Schulen mit Ganztagsangebot – und einen ganz schönen Weg gegangen. Dass es am Anfang etwas geruckelt hat, ist dann nachvollziehbar. Das heißt, das Fazit meiner Jahresarbeit hat sich überholt, weil wir wissen, dass es gut an den Schulen angenommen wird. Dass es der Trend ist, das merken wir durch den Rechtsanspruch, der von der Bundesebene kam. Es ist tatsächlich der Weg, ein qualitativ hochwertiges Ganztagsangebot auszubauen. Diese 20 Jahre sind aber auch ein Anlass, genau zu schauen, wo es jetzt weitergehen muss. Das sind die entscheidenden Punkte. Ich finde, da ist es ganz wichtig, wissenschaftliche Erkenntnisse ins Feld zu führen; denn was muss denn der Antreiber dahinter sein, den Ganztagsbereich auszubauen? Was hat es für einen Mehrwert für den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler? Was für einen Mehrwert hat ein Ganztagsangebot? Da gibt die Studie, die im Jahr 2005 gestartet ist, die Studie zur Entwicklung der Ganztagsschule, einen ganz klaren Fingerzeig. Sie besagt, dass eine Ganztagsschule das Potenzial hat, sich positiv auf den Kompetenzerwerb auswirken zu können. Dafür müssen aber bestimmte Gegebenheiten an der Schule vorhanden sein. Dazu gehört, dass sich das Ganztagsangebot über den ganzen Tag erstreckt, ich also einen rhythmisierten Ganztag habe – das hat die förderlichen Auswirkungen –, und wir eine Ganztagsschule in Angebotsform oder in verpflichtender Form haben. Das heißt, für meine Fraktion geht es auch in die Richtung, zu sagen: Dort, wo es möglich ist, einen rhythmisierten Ganztag anzubieten, ist es wichtig, weil es den besten Effekt auf die individuelle Förderung der Kinder hat. (Beifall des Abg. Sven Teuber, SPD) 20 Jahre hat sich dieser Ganztagsausbau in Rheinland-Pfalz bewährt. Wir müssen jetzt feststellen, dass es darum geht, die nächsten Schritte zu gehen. Es geht darum, flächendeckend zu schauen, wie wir die pädagogischen Konzepte weiterentwickeln. Vielen Dank für die Möglichkeit, auf der Grundlage der Großen Anfrage hier darüber zu sprechen. (Abg. Sven Teuber, SPD: Gerne!) Tatsächlich ist das sicherlich ein Thema, das uns weiter im Ausschuss begleiten wird, damit die Ganztagsschule in Rheinland-Pfalz eine gute Zukunft hat. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der SPD und der FDP –
