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Johannes Zehfuß

CDU 24.11.2022 Sitzungen 18/33

Kommt auf den Lehrer an! – Zuruf des Abg. Dr. Joachim Streit, FREIE WÄHLER) Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir haben eigentlich heute miteinander die Erfahrung gemacht, wie es ist, einen Ganztagsbetrieb zu haben und wie wichtig es ist, einen an den Biorhythmus angepassten Tag leben zu können. Dabei sind wir wenig Vorbild. Wir freuen uns aber, wenn es Ganztagsschulen im Land gibt, die dieses Vorbild ausbauen und sich am Kind und am Biorhythmus der Kinder und Jugendlichen viel stärker orientieren können, indem sie ein integriertes Ganztagskonzept anbieten, das Schul- und Lernphasen mit kreativen Phasen abwechselt und darüber hinaus den Vor- und Nachmittag so nutzt, dass man mit Spaß und Freude in die Schule gehen und mit Freundinnen und Freunden gemeinsam lernen kann, der Lehrer aber auch eine Frontalphase einbaut, um Lernstoff miteinander auf die eine oder andere Art und Weise zu vermitteln. Ich freue mich – wir haben deswegen die Anfrage als SPD-Fraktion gestellt –, dass wir in Rheinland-Pfalz Geburtstag feiern können. Auf den Tag genau 20 Jahre haben wir das Ausbauprogramm für Ganztagsschulen. Es hat im Schuljahr 2002/2003 begonnen. Es ist bemerkenswert, dass Rheinland-Pfalz als Pionierland in der Bundesrepublik schon in den Jahren 2002 und 2003 vorangegangen ist. Darauf können wir stolz sein und sollten alles für die Kinder und Jugendlichen tun. (Beifall der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Was aber haben wir bei all der Freude in den 20 Jahren geschafft? Wir haben das geschafft, was uns der Bund für die Jahre 2026 und 2027 erst ins Hausaufgabenheft schreiben möchte, nämlich Ganztagsschul- und Ganztagsbetreuungsangebote im Grundschulalter – nur im Grundschulalter; das steht im Gesetz – zu ermöglichen, und das als Rechtsanspruch. Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist heute schon für alle Kinder im Grundschulalter in Wohnortnähe in Rheinland-Pfalz möglich, weil wir schon vor 20 Jahren angefangen haben, mit den Schulen und Schulträgern gemeinsam eine Schulentwicklung zu machen, die den Bedürfnissen von individueller Kindesförderung und den Herausforderungen von Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerecht wird und in diesem Sinne alle breiten Öffnungen für eine Möglichkeit dieser Ganztagsbetreuung und -förderung ermöglicht. (Beifall bei der SPD sowie der Abg. Pia Schellhammer, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Ja, das verdient viel Applaus, weil vor Ort viel daran gearbeitet wird. Dafür sind wir sehr dankbar. Wir haben seit dem Jahr 2002 1,6 Milliarden Euro an Landesmitteln investiert. Damals haben andere Länder noch darüber nachgedacht, ob sie in der Schulentwicklung überhaupt noch irgendwie weiterkommen, und wir haben die Moderne schon einberufen und erkannt, wohin sich die Förderbedarfe der Kinder entwickeln. Wir erkennen, dass heute 88 % der Grundschulen Ganztagsgrundschulangebote haben. Wir haben auch erkannt, dass die Bedarfe in der Nachfrage in dem Zusammenhang mit Beginn des Ganztagsförderungsgesetzes noch einmal stark steigen werden. Wir haben heute eine Nachfrage von ungefähr 53 %. Wir erwarten sie für das Jahr 2026 und 2027 bei rund 60 bis 70 %. Wir sehen, dass das Angebot wahrgenommen wird, dass Kinder individuell gefördert werden wollen, um ihre Stärken in allen Teilen des Landes so zu fördern, dass wir den Fachkräftemangel und die Innovation von morgen mit den Kindern von heute in unserem Land gestalten können. Dafür danken wir allen. Wir werden diesen Weg weiter beschreiten, den Ausbau weiter konsequent unterstützen und weiter Landesmittel zur Verfügung stellen, damit ein gutes Schulsystem mit stark ausgebildeten Lehrkräften, Erzieherinnen und Erziehern und multiprofessionellen Teams auch morgen für uns alle da ist. Vielen Dank an alle, die daran arbeiten. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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