Andreas Hartenfels
Lieber Gerd Schreiner, es wäre schon schön, wenn Du meinen Ausführungen zugehört hättest. (Heiterkeit des Abg. Steven Wink, FDP – Staatsminister Roger Lewentz: Das wäre etwas Neues! – Vereinzelt Heiterkeit bei der SPD) Der eine Punkt: Gegen die großen Erträge, die wir in Rheinland-Pfalz haben, habe ich überhaupt nicht geredet. Das ist der differenzierte Blick. Was Mosel, Lahn und Saar betrifft, dort, wo wir 97 % unserer Wasserkrafterträge realisieren, hat keiner in diesem Saal etwas dagegen, sondern es geht um die Kleinstkraftwerke. Da muss man wirklich Kosten und Nutzen gegenüberstellen. Da haben wir die Situation, dass die Erträge dort so minimal und gleichzeitig die Eingriffe in die Gewässerlandschaften in den meisten Fällen so groß sind, dass wir uns in diesen Bereichen davon verabschieden sollten, weil es für unsere Energiewende in Rheinland-Pfalz keine Bedeutung hat. Noch einmal in der Rückbetrachtung. Ich bin Dir dankbar, dass Du die Windkraft der 90er-Jahre angesprochen hast. In den 90er-Jahren haben wir noch über Kilowattstunden, Preise bei der Windkraft und bei der PV von 1 bis 2 Euro die Kilowattstunde geredet. Das Potenzial hat sich aber verändert. Die Lernkurve hat sich verändert in den letzten 30 Jahren. Windkraft ist inzwischen am Markt absolut konkurrenzfähig, führend sogar. Wir haben Gigawattpotenziale in Rheinland-Pfalz. Das ist eine tragende Säule. Die Wasserkraft hat sich in den letzten 30 Jahren von der Lernkurve und vom Entwicklungspotential her in diese Richtung nicht weiter entwickelt. Das muss man einfach so konstatieren. Wenn Du dir die Preise anschaust – deswegen habe ich sie genannt, das sind die Preise am Markt 15, 16, 17 Cent die Kilowattstunde –, dann ist zu erkennen, die sind nicht konkurrenzfähig. Wenn ich das ins Verhältnis setze mit den Eingriffen vor Ort in die Fließgewässerlandschaften, die zum Teil erheblich sind, dann, glaube ich, muss sich jedem, der mir zugehört hat, (Heiterkeit des Abg. Carl-Bernhard von Heusinger, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) erschlossen haben, dass wir auf dieses Pferd in Zukunft nicht mehr setzen sollten. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie vereinzelt bei der SPD)
