Andreas Hartenfels
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ja, in der Tat, ich komme aus der Region, lebe vor den Toren Ramsteins und kenne auch die Diskussion in der Bevölkerung. Deswegen haben wir uns zu Recht, damals stark auf Initiative von Herrn Schweitzer, des Themas angenommen. (Abg. Marcus Klein, CDU: Habe ich doch zitiert!) Deswegen haben wir die Untersuchung gemacht. Deswegen habe ich den wissenschaftlichen Kenntnisstand hier auch immer so klar und deutlich formuliert, weil wir jetzt tatsächlich in der Lage sind zu sagen, wir haben keine Gesundheitsgefährdung, die sich aus dem Ablass von Kerosin ergeben könnte. Wo wir aber sehr viel Kohlenwasserstoffe haben, und zwar um ein Vielfaches – das ist messtechnisch belegt –, ist in Mainz, in Trier und in Ludwigshafen. Dort sind die Menschen von Kohlenwasserstoffen in einem viel, viel erheblicherem Ausmaß, und zwar täglich von morgens bis abends, betroffen. Ich weiß nicht, ob Sie an einer Hauptverkehrsstraße in Mainz wohnen; denn ansonsten wären Sie vielleicht auch bereit, zur Kenntnis zu nehmen, dass diese Menschen Entlastung brauchen (Abg. Josef Winkler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja!) von den Schadstoffen, vom Lärm. Das sind die Gesundheitsgefährdungen, die tagtäglich stattfinden. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und vereinzelt bei der SPD) Dahin sollten wir die Prioritäten in dem Sinne lenken, wo wir auch wirklich relevante Schadstoffmengen reduzieren können. Das ist mir ein Anliegen. Ein zweites Anliegen ist mir auch wichtig. Es erscheint immer so, als würden die Pilotinnen und Piloten aus Lust und Laune Kerosin ablassen. (Zuruf von den FREIEN WÄHLERN) – Ja, ja, es wird Kerosin verklappt. Mit einem solchen Begriff kann man eigentlich nicht viel drastischer auf den Kopf stellen, was die Realität ist. (Abg. Michael Frisch, AfD: Der Grund ist doch entscheidend!) 3 Millionen Flugbewegungen in Deutschland und 20 bis 30 Ablässe. Das bewegt sich im Promillebereich. Ich will mich hier einmal ganz demonstrativ schützend vor die Pilotinnen und Piloten stellen. Bei 20 bis 30 Notlagen ist es gut angelegt, dann in die nahegelegene Region zu fliegen und den Ablass zu vollziehen. Wenn nur eine Bruchlandung auf dem Frankfurter Flughafen wegen einer Überladung passiert, (Abg. Daniel Köbler, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ja! – Zuruf der Abg. Ellen Demuth, CDU) wenn nur eine Bruchlandung passiert, dann sind hier wieder die gleichen Akteure zuallererst an diesem Podium und fragen: Ha, wie konnte das passieren? Was habt ihr als Politik unterlassen und nicht getan? (Glocke der Präsidentin) Ich will noch einmal deutlich machen, es sind Notlagen, sie werden von den Pilotinnen und Piloten, glaube ich, sehr verantwortungsbewusst umgesetzt. Das zeigen einfach die Zahlen: 3 Millionen zu 20 bis 30 Ablässen. Wir sollten den Druck auf die Pilotinnen und Piloten nicht noch mehr erhöhen, sich im Zweifel gegen die Gesundheit ihrer Fahrgäste und Fluggäste zu entscheiden. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP – Zuruf des Abg. Marcus Klein, CDU)
