Martin Louis Schmidt
Herr Präsident, werte Kollegen! Noch ein paar Anmerkungen zur Fachkräftesicherung. Wir brauchen mehr Handwerker und Fachkräfte im Baubereich, mehr Erzieher und selbstverständlich auch mehr qualifiziertes Pflegepersonal. Einen weiteren wichtigen Lösungsansatz zu den bereits genannten nennt Professor Hans Peter Klein. Er schreibt dazu auf dem Bildungsportal News4teachers – ich zitiere –: „Zusammen mit der Deutschen Wirtschaft, den Handwerkerund Fachkräfteverbänden muss sofort ein Bewerbungsprogramm in den Schulen und der Öffentlichkeit gestartet werden, dass dem dualen berufsbildenden System eindeutig den Vorrang einräumt.“ Dem dualen berufsbildenden System eindeutig den Vorrang einräumen, sehen wir als AfD in der jetzigen Situation als notwendig an. Liebe Kollegen von der FDP, geschätzter Herr Kollege Wink, wenn Ihnen jenseits von Sonntagsreden die Fachkräftesicherung und die berufliche Bildung wirklich Herzensanliegen sind, dann greifen Sie diesen Lösungsansatz von Professor Klein auf. (Heiterkeit des Abg. Steven Wink, FDP) Sie müssen dann aber auch auf jede Menge Ärger mit Ihren rot-grünen Kollegen gefasst sein, die sich mit aller Macht an ihre fatalen Überakademisierungstendenzenträumereien klammern. Wir habe heute wieder gehört, dass das bedauerlicherweise so ist. (Zuruf von der SPD: Dann haben Sie nicht richtig zugehört!) Zum Schluss noch einige andere Aspekte, die nicht aus dem Blick geraten dürfen. Eine dauerhafte, zuverlässige Fachkräftesicherung ist ohne eine schrittweise Verbesserung der sich seit Langem abzeichnenden desaströsen demografischen Lage nicht möglich. Dafür, dass es so weit gekommen ist, tragen alle anderen in diesem Hause vertretenen Parteien die Verantwortung; (Abg. Hans Jürgen Noss, SPD: Außer Ihr! Lachhaft!) denn das ist keine ganz neue Entwicklung, sondern diese Misere hat sich seit Langem abgezeichnet, und da hätte man reagieren müssen. Das einseitige Setzen auf eine Zuwanderungslösung, über Migration in nennenswertem Ausmaß, ist keine Lösung des Problems, zumal es sich sehr oft um eine Zuwanderung in die Sozialsysteme handelt, die kaum Fachkräfte hervorbringt. Jedenfalls ist das bislang der Fall. (Abg. Hans Jürgen Noss, SPD: Der redet einen Mist! – Unruhe bei SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Noch etwas anderes: In einigen Berufsbereichen benötigen wir zwar, wie von allen Rednern zu Recht betont, dringend gut ausgebildetes Personal. Es wird aber ebenso Bereiche geben, in denen perspektivisch immer weniger Menschen als Arbeitskräfte eingesetzt werden, Stichworte „Digitalisierung“ und „Künstliche Intelligenz“. Das hat die Frau Ministerin eben schon angedeutet. (Vizepräsidentin Astrid Schmitt übernimmt den Vorsitz) Die AfD-Fraktion sieht in diesen Zukunftstechnologien gerade im Zusammenhang mit dem Thema „Fachkräftemangel“ (Glocke der Präsidentin) – ich komme langsam zum Ende – große Chancen. (Unruhe bei der SPD) Das mit Blick nach Kaiserslautern auf das dortige Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz auch und gerade für unser Bundesland. (Glocke der Präsidentin) Deshalb muss alles getan werden, um den Forschungsstandort RheinlandPfalz für die Zukunft so fit wie möglich zu machen. Danke sehr. (Beifall der AfD)
