Christian Baldauf
20 Jahre Umsetzung!) Grundsätzlich muss die Zuwanderung nach Rheinland-Pfalz und in die Bundesrepublik nach klaren und nachfrageorientierten Kriterien möglich sein. Für Menschen, die bei uns Asyl oder subsidiären Schutz genießen, muss der sogenannte Spurwechsel möglich sein. Lassen Sie mich aber noch einmal zwei Punkte aufgreifen, die aus meiner Sicht genauso wichtig sind. Das eine ist das Thema der Willkommenskultur in den Regionen, aber auch in den Unternehmen. Das zweite sind Beratungs- und Begleitungsprogramme, insbesondere auch über die Welcome Center der Kammern, um Fachkräfte in Rheinland-Pfalz zu finden und zu binden. Dafür sind wir außerordentlich dankbar. Meine Damen und Herren, im gleichen Maße, wie wir uns um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen, setzen wir auf die berufliche Bildung der Menschen jeden Alters in unserem Land. Gerade das duale Berufsbildungssystem ist hierzu geeignet. Die duale Ausbildung, um die wir oftmals in anderen Ländern beneidet werden, ist ein hervorragendes Fundament für unser durchlässiges und vielseitiges Bildungssystem, das so viele Möglichkeiten eröffnet. Die duale Fortbildung zum Bachelor- oder Master-Professional ist beispielsweise ein sehr gutes Sprungbrett in Führungsaufgaben oder aber auch in eine unternehmerische Selbstständigkeit, und sie ist auch ein Schlüssel zur Gleichwertigkeit mit der akademischen Bildung. Meine Damen und Herren, eingangs habe ich davon berichtet, dass der Fachkräftemangel insbesondere in der Bauwirtschaft sowie im Bereich Verkehr und Logistik auf die Geschäftsaussichten drückt. In beiden Bereichen ist die duale Berufsausbildung als Instrument der Fachkräftesicherung besonders wichtig. Der Fachkräftebedarf gerade in der Bauwirtschaft wird immens zunehmen, wenn wir die Ziele der Energiewende einhalten wollen. Ohne energetische Sanierung von Gebäuden, neue Windräder und Energiespeicher wird das nicht funktionieren. Dafür brauchen wir die Bauwirtschaft und die darin enthaltenen Gewerke des Bauhandwerks. Hier fehlen aber heute schon insbesondere Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Besonders betroffen sind hier der Tiefbau, die Bauplanung und -überwachung sowie die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Das sind alles Bereiche, in denen die Digitalisierung die Arbeit beschleunigt, aber auch bereichert. Diese technologischen Entwicklungen machen die Berufe zum Teil noch einmal viel, viel attraktiver, auch für Frauen. Das will ich an der Stelle noch einmal betonen. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Daher ist es mir ein ganz persönliches Anliegen, die Wertigkeit und Wichtigkeit der dualen Berufsbildung, aber auch ihre Modernität und die Zukunftsaussichten vor allem jungen Menschen klarzumachen. Deswegen unterstützen wir zusammen mit den Kammern die außerschulische Berufsorientierung. Wir haben vielfältige Instrumente und Möglichkeiten. Ich will exemplarisch die Berufsorientierungsmobile der Handwerkskammer der Pfalz oder auch das MAKERSPACE der Handwerkskammer Rheinhessen nennen, gleichzeitig auch die Aufrufe für außerschulische Berufsorientierung, das Stichwort der Feriencamps. Diese exemplarisch genannten Maßnahmen sind in unsere Handwerkspolitik in Rheinland-Pfalz und in die Fachkräftestrategie für Rheinland-Pfalz 2022 bis 2026 eingebettet. Meine Damen und Herren, unser gemeinsames Ziel heißt, mehr Fachkräfte für Rheinland-Pfalz und damit bessere Standortbedingungen für die heutigen, aber auch für die künftigen Arbeitgeber in unserem Land. Herzlichen Dank. (Beifall der FDP, der SPD und des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
