Pia Schellhammer
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Erzieher oder Schreinerin, Rettungssanitäterin oder Hotelfachmann, Ausbildung oder Studium, die Wahl eines passenden Berufs ist ein ganz entscheidender Punkt im Leben von jungen Menschen; denn Arbeit ist mehr als das Verdienen des täglichen Brots und der Unterkunft, sondern es geht darum, auch eine sinnstiftende Tätigkeit, eine Tätigkeit, die einem Freude macht, zu finden. Deswegen ist Berufsorientierung ein ganz wichtiger Faktor, bei dem wir junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben begleiten können. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, der FDP und bei der SPD) Damit diese wichtige Entscheidung gelingt, gibt es wirklich viele Angebote hier in Rheinland-Pfalz, mit denen wir junge Menschen bei der Berufs- und Studienorientierung unterstützen können. Wir haben in der Debatte gehört, dass es einen erheblichen Fachkräftemangel gibt. Auch in der letzten Woche gab es beispielsweise ein Treffen bei uns in der Region mit der HWK Rheinhessen, bei dem auch wieder bestätigt wurde, wie erheblich der Fachkräftemangel ist und wie sehr er sich auswirkt. Wir haben die Zahlen gehört. Bundesweit fehlen 250.000 Fachkräfte allein im Handwerk. Besonders betroffen sind die Bauindustrie, die Bereiche Sanitär, Heizung und Klima, Elektro, aber auch das Lebensmittelgewerbe wie zum Beispiel Bäcker. Das trifft auch bei uns in der Region so zu. Das sage ich jetzt auch als Grüne aus voller Überzeugung; denn ohne Handwerk werden wir die Zukunftsaufgaben nicht stemmen können, was Klimaschutz, Energie- und Mobilitätswende anbelangt. Das werden wir ohne das Handwerk nicht schaffen, und deswegen ist auch für uns Grüne ganz klar: Wir brauchen Master, aber mindestens genauso dringend brauchen wir den Meister, und deswegen sind Handwerksberufe Berufe der Zukunft. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP) Die Landesregierung hat den Fachkräftemangel schon längst erkannt und handelt natürlich. Ich habe letztens auch in einer Anfrage abgefragt, was im Bereich der Berufsorientierung für das Handwerk beispielsweise an unseren Schulen angeboten wird. Ich möchte nur eines der vielen Angebote herausgreifen, das ich wirklich gut finde. Beispielsweise auch an Gymnasiastinnen und Gymnasiasten richtet sich ein Programm „Praktisch orientiert“, eine einwöchige Maßnahme in den Bildungszentren der Handwerkskammer. Insgesamt, wenn man sich die Zahlen anschaut, werden diese Maßnahmen der Handwerkskammern im aktuellen Schuljahr im ganzen Land 137 Realschulen plus, 74 Gymnasien und 31 Integrierten Gesamtschulen zuteil. Das sind zwei Drittel aller Schulen dieser Schulart. Das zeigt, dass diese Berufsorientierung wirklich gut in unseren Schulen ankommt und wir hier auch für das Handwerk, für die Berufsorientierung, werben und die Landesregierung hier hervorragende Arbeit macht. (Beifall bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP –
