Michael Frisch
Damit kennen Sie sich ja gut aus! – Heiterkeit bei der AfD) Es ist jedenfalls nicht so furchtbar tiefgründig, aber einfach zutreffend. Psychologische Momente spielen natürlich nicht nur bei Kauf- oder Investitionsentscheidungen eine Rolle, sondern auch bei der Berufswahl. Auch die ist sehr stark von Bildern und Images geprägt, aber auch vom Wunsch und Willen der Eltern. Das kann ein Problem werden, nämlich dann, wenn – wie es aktuell der Fall ist – die aktuelle Elterngeneration von ganz anderen Bildern ausgeht und sich ihre Lebenswelt und Lebenserfahrung nicht mehr in der Realität der Unternehmen von heute widerspiegelt. Es hat einen rasanten Wandel von Berufsbildern gegeben. Der Kollege hatte die Zahl bereits genannt, aber ich nenne sie noch einmal. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sagt, es fehlen uns schon jetzt 250.000 Fachkräfte im Handwerk. 125.000 Unternehmen stehen vor einer Betriebsübergabe. Diese Lücke darf nicht zu einer Bremse im Transformationsprozess führen. Dabei leistet nämlich gerade das Handwerk ganz Entscheidendes für den Klimawandel. Es sind die Handwerkerinnen und Handwerker, die bei der Digitalisierung, der Mobilitätswende, der Gebäudedämmung und der Gebäudeautomation helfen. Eigentlich müsste man den jungen Leuten sagen: Wenn Ihr etwas für den Klimaschutz tun wollt, dann geht ins Handwerk. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Das müssen wir erzählen und auch erfahren lassen. Die SPD-Fraktion ist da übrigens in sehr, sehr engem Kontakt auch mit den Handwerkskammern und dem Handwerk insgesamt. Wir werden in der nächsten Woche unsere Fraktionssitzung beim Handwerk abhalten und sind da – wie gesagt – immer wieder in engem Kontakt. Die Ampelfraktionen tun auch einiges, um diesen Bewusstseinswandel bei der Berufswahl zu unterstützen. Wir haben in den Haushalt des Wirtschaftsministeriums, liebe Daniela Schmitt, eine halbe Million Euro für eine Elternkampagne eingestellt, die im Oktober gestartet ist und jetzt erste Früchte trägt. Auch im Bildungsministerium ist mit der MINT-Strategie eine ganz wichtige Aufgabe verortet, liebe Stefanie Hubig. Die Werbung für mathematischtechnisch-naturwissenschaftliche Fächer beginnt bei uns schon in der Kita und zieht sich über die gesamte Bildungskette hin. (Zuruf des Abg. Michael Frisch, AfD) Es geht darum, auch Mädchen und junge Frauen für naturwissenschaftlichtechnische Berufe zu begeistern. Dafür haben wir seit 2018 die MINT-Geschäftsstelle, wir haben MINT-Regionen und Lehrerfortbildungen durch diese MINT-Geschäftsstelle. Auch im Ministerium für Arbeit, Soziales, Digitalisierung und Transformation spielt diese Werbung für oder die praktische Erfahrung in handwerklichtechnischen Berufen aber eine Rolle. Lieber Alexander Schweitzer, es ist wirklich ein großer Erfolg, dass es gelingt, ein Aufbaujahr in der Flutregion durchzuführen, was dazu führt, dass junge Leute dort etwas wirklich in höchstem Maße gesellschaftlich Sinnvolles tun, sich aber auch in verschiedenen Berufen ganz praktisch beweisen und ausprobieren können. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Das ist wirklich eine tolle Geschichte, und das ist eine solch tolle Geschichte, dass sie eigentlich Pate stehen könnte, Modell sein könnte für ein bundesweites FSJ im Handwerk, wie es auch von den Kammern gefordert wird. (Beifall bei der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP) Es sind aber halt nur 50 % der Wirtschaft Psychologie. Die anderen 50 % sind harte Fakten, und deshalb investieren wir auch in eine hochwertige berufliche Ausbildung. Über 4 Millionen Euro schießen wir jedes Jahr zur überbetrieblichen Ausbildung der Kammern und zur Erneuerung, Modernisierung und zum Neubau von Berufsbildungszentren zu. Wir stärken auch unsere berufsbildenden Schulen. Wir haben in RheinlandPfalz 102 Berufsschulen. Zwölf davon sind bereits digitale berufsbildende Lernzentren, das heißt Vorreiter bei der Digitalisierung von Lehren und Lernen, und, was wichtig ist, sie vernetzen sich mit anderen Berufsschulen, damit auch ein Austausch passieren kann und andere Berufsschulen von diesen Erfahrungen profitieren können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Stärkung der dualen Berufsbildung, insbesondere im Handwerk, ist also eine ganz vordringliche Aufgabe angesichts des Fachkräftemangels, der nicht nur durch den Klimawandel wichtig, sondern auch noch einmal durch den Ukraine-Krieg dringlich geworden ist. Dieser hat natürlich viele Probleme auf dieser Welt noch einmal verschärft, auch dieses Thema. Die Ampelkoalition sieht das Thema und reagiert entsprechend. (Glocke des Präsidenten) – Ich habe einen letzten Satz. Es sind aber auch noch ein paar Aufgaben offen. Wie schon erwähnt wäre das FSJ im Handwerk eine solche, aber möglicherweise auch noch ein besserer Übergang von der Hochschule in eine berufliche Bildung. Eine solide Ausbildung ist also, wie die Überschrift der Aktuellen Debatte gezeigt hat, wirklich ein Grundstock für eine gute berufliche Zukunft. Vielen Dank. (Beifall der SPD, bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der FDP)
