Andreas Hartenfels
Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich will die zweite Runde bewusst nutzen, um den Scheinwerfer auf die vielen, vielen Akteure im ländlichen Raum und in den Städten zu richten, die Zukunft gestalten wollen, die diese Zukunft klug gestalten und von den Zukunftsverweigerern der AfD wegkommen wollen. Ich nehme exemplarisch für viele Akteure die Stadtwerke Ahrtal. Ich hatte vor gut zehn Tagen die Gelegenheit, mir das neue, zweite Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Ahrtal anschauen zu können. Es war beeindruckend, die Eckzahlen präsentiert zu bekommen und auch die Motivation für die Stadtwerke, weiter auf erneuerbare Energien, auf regional erzeugte Energie zu setzen. Dieses zweite Blockheizkraftwerk wird in der Lage sein, bis zu 1.000 neue Haushalte in der Region mit Fernwärme zu versorgen, und zwar nicht nur mit Fernwärme, sondern, sie wird sehr effizient zur Verfügung gestellt, Wärme plus Strom wird produziert. Es ist aber auch ein innovatives Kraftwerk. Was versteht man unter einem innovativen Kraftwerk im Kopplungsbereich? Sie haben mitgedacht, dass die Solarthermie mit eingeschaltet wird, Wärmepumpen mit eingeschaltet werden, auch Windkraft wird mitgedacht, sodass der Geschäftsführer schon jetzt sagen konnte, die Energie, die dort produziert wird, wird CO -neutral zur Verfügung gestellt. Das macht deutlich, dass die Zukunft schon an vielen, vielen Stellen erarbeitet wird. Herr Schönborn, auch vier jeweils 50 t schwere Wärmespeicher sind dort mit integriert, weil wir natürlich bei der Wärmewende alle Sektoren und auch die sogenannte Dunkelflaute mitdenken. All das, was Sie einseitig in Schwarz-Weiß darstellen, wird mitgedacht. Deswegen bin ich zutiefst davon überzeugt, dass wir in 20 Jahren im Land Rheinland-Pfalz so weit sein werden, (Abg. Dr. Jan Bollinger, AfD: Viel zu spät!) dass wir an vielen Stellen, an vielen Orten diese kleinen, weitgehend autarken Energiezellen haben werden, die sich klug miteinander vernetzen. Die Technik ist da, das Know-how ist da. Dann werden wir nicht nur dem Klimawandel begegnen können, sondern wir werden auch hoch qualifizierte Facharbeitsplätze zur Verfügung stellen können, wir werden Wertschöpfung zur Verfügung stellen können. Die Katastrophe im Ahrtal hat auch gezeigt, diese regionalen Versorger sind sehr zeitnah und sehr gut in der Lage, das aufzufangen und wiederherzustellen, was in dieser Katastrophe zerstört worden ist. Auch das wurde mir dort noch einmal eindrücklich vor Augen geführt. Deswegen habe ich Respekt vor diesen vielen, vielen Akteuren im Land Rheinland-Pfalz und bin ihnen sehr dankbar, die begriffen haben, die Energiewende geht uns alle an, wir können alle einen Beitrag dazu leisten, die nicht in die Verweigerung gehen, sondern einfach Spaß haben, losgelöst vom Parteibuch diese Energiewende nach vorne zu gestalten. Vielen Dank. (Beifall des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und bei der FDP)
