landtag-rlp.de ↗

Gerd Schreiner

CDU 31.03.2022 Sitzungen 18/20

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wer im Herbst ernten will, der muss im Frühjahr säen. So viel weiß selbst ich als Stadtkind. (Beifall der CDU) Deshalb sprechen wir heute hier über Ernährungssicherheit im Licht des Krieges in Europa, aber auch grundsätzlich; denn die Sicherheit unserer Versorgung mit Nahrungsmitteln muss endlich wieder in den Fokus. Wir wollen gesunde, regionale Lebensmittel, vor allem mehr Lebensmittel. (Zuruf des Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir sind nicht blind, weil wir auch ohne die aktuellen und kommenden Versorgungsengpässe nicht wegsehen wollen, Herr Kollege Braun, wie weltweit in empfindlichen Ökosystemen riesige Flächen gerodet werden für Lebensmittel im reichen Norden. (Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Weniger wegwerfen!) Effektive Landwirtschaft braucht deshalb intensive wissenschaftliche Begleitung, Forschung, Lehre und Beratung – Forschung, Lehre und Beratung aus Rheinland-Pfalz. (Beifall bei der CDU) Unsere Landwirtschaft steht vor riesigen Herausforderungen: Klimaschutz, Biodiversität, Ressourcenschonung, nicht zuletzt einfach leckere, gesunde, haltbare Produkte. Deshalb stimmen Sie unseren Anträgen zu, Forschung und Lehre in der landwirtschaftlichen Ausbildung zu stärken. Es darf nicht sein, dass Forschungsprojekte, auch solche, die sogar privat finanziert sind, am Personalmangel scheitern. Eine andere Baustelle ist die landwirtschaftliche Infrastruktur. Was nicht funktionsfähige Entwässerungsgräben bewirken, konnte man im Mai 2016 in Rheinland-Pfalz besichtigen. Nach sintflutartigen Regenfällen kam es im ganzen Land zu Überschwemmungen und Erdrutschen, guter Boden wurde weggespült, Ernten wurden vernichtet. Das Ergebnis war desaströs: 3.500 ha Totalausfall. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Für die sind die Kommunen zuständig!) Landwirtschaftsminister Wissing sagte damals – Zitat –: Dass Entwässerungsgräben der Entwässerung zu dienen haben. – Ist das banal? Leider nicht. Ohne Entwässerungsgräben, ohne – ich betone das – gepflegte Entwässerungsgräben kann jeder Starkregen zu massiven Ernteausfällen führen. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Das ist doch dritter Ordnung!) Man müsste die Entwässerungsgräben nur einfach frei schneiden dürfen ohne Rücksicht auf die sich dort schnell entwickelnden Feuchtbiotope, einfach weil sie zur landwirtschaftlichen Infrastruktur zählen. Wissings Worte, Herr Kollege Braun, machten Hoffnung, machten Hoffnung auf eine Verbesserung dieser Situation; (Zuruf des Abg. Dr. Bernhard Braun, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) geschehen, Frau Kollegin Schmitt, geschehen ist leider nichts. (Beifall bei der CDU) Doch unsere Äcker und Felder brauchen mehr als eine funktionierende Entwässerung. Klimaanpassung heißt auch, wir brauchen Regenrückhaltungen und Bewässerung. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Das sind Gewässer zweiter und dritter Ordnung! Für die sind die Kommunen zuständig!) Wir wollen nicht, dass unser täglich Brot am Halm verdorrt. Deshalb brauchen wir beides, Entwässerung genauso wie Bewässerung. Auch dazu liegen Deckblätter vor. Wir laden ein, auch diesen Vorschlägen zuzustimmen. (Beifall bei der CDU) Frau Ministerin, es wird Zeit, aktiv zu werden. (Glocke des Präsidenten) Kämpfen Sie im Kabinett für Ernährungssicherheit, Frau Ministerin. Ich weiß, es ist nicht leicht mit den Grünen, aber Sie kämpfen für unsere Landwirte, Sie kämpfen vor allem für die Ernährungssicherheit hier vor Ort und für Menschen, die nicht mit solch ertragreichen Landschaften gesegnet sind, wie wir es sind. Vielen Dank. (Beifall der CDU)

Alle Reden von Gerd Schreiner Protokoll ↗