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Ralf Schönborn

AfD 20.01.2022 Sitzungen 18/15

Herr Präsident, meine Damen und Herren! Dankenswerterweise haben die Koalitionsfraktionen den 2021er Waldzustandsbericht der Landesregierung auf die Tagesordnung des Parlaments gesetzt. Wir haben in den letzten Jahren an dieser Stelle regelmäßig über den Zustand des Waldes debattiert. Nur letztes Jahr fiel diese Debatte aus. Für die AfD-Fraktion möchte ich den Waldzustandsbericht 2021 wie folgt zusammenfassen: Der Anteil der Bäume ohne Schadmerkmale ist weiter gestiegen, der Anteil deutlich geschädigter Bäume gesunken und der Anteil schwach geschädigter etwa gleich geblieben. Das hört sich erfreulich an, kann aber nicht wirklich befriedigen. 2017 hatten wir noch eine deutliche bessere Lage: 27 % der Bäume zeigten sich ohne Schadmerkmale und 24 % deutlich geschädigt. Mit dem ersten Dürrejahr 2018 veränderte sich dieses Bild zum negativen. Nun zeigten sich 18 % der Bäume ohne Schäden und 43 % deutlich geschädigt, eine Schadenszunahme um 19 Prozentpunkte. Die Jahre 2018, 2019 und 2020 waren für Deutschland und Rheinland-Pfalz außergewöhnliche Dürrejahre. In der Hauptvegetationsperiode von Mai bis September gab es viel zu wenige Niederschläge. Im Jahr 2018 waren über das Jahr gesehen sogar neun von zwölf Monate zu trocken, teilweise viel zu trocken. Der Wald litt darunter. Er litt direkt unter den Folgen der Trockenheit, aber er litt auch durch die von Trockenheit begünstigten Borkenkäfer, die das warme und trockene Wetter dieser drei Jahre zur Vermehrung nutzten. Das Jahr 2021 war dagegen nass und relativ kühl. So konnten sich Teile des Waldes wieder erholen. Das ist zwar erfreulich, ergab sich aber ungesteuert, zumal die Schäden aus den drei Dürrejahren wohl teilweise irreparabel sind. Wir erkennen das an der Verbreitung der beiden höchsten Schadensklassen, den stark beschädigten und den abgestorbenen Bäumen. Der Anteil beider Schadensklassen steigt seit dem Jahr 2017 kontinuierlich und steigt auch im Jahr 2021 weiter. Vom Jahr 2017 auf das Jahr 2021 haben wir in der Schadensklasse 3 – geschädigte Bäume – einen Anstieg von 1,1 auf 3,7 % und in der Schadensklasse 4 – abgestorbene Bäume – von 0,7 auf 2,4 %. Offensichtlich ist inzwischen ein Teil der Bäume so stark vorgeschädigt, dass eine Wiedergesundung nicht mehr möglich ist und ihnen auch ein nasses, relativ kühles Jahr nicht mehr helfen kann. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Wegen der Atomkraft!) Diese Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. In bewirtschafteten Wäldern ist die Zahl der stark geschädigten und der abgestorbenen, dennoch stehen gelassenen Bäume vor allem eine forstwirtschaftliche Entscheidung. Ein zuvor entnommener Baum taucht hingegen im Waldzustandsbericht nicht mehr auf. Nun haben wir hier im Plenum die Diskussion, ob die drei den Wald stark schädigenden Dürrejahre eine Folge des Klimawandels sind oder nicht. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Ja!) Ich darf mich auf den letzten Nationalen Klimareport des Deutschen Wetterdienstes, des DWD, der gemeinhin als unabhängig gilt, berufen. Der schreibt in seinem Klimareport – nachzulesen auf Seite 22 –, dass es in Deutschland seit den 50er-Jahren keine statistisch gesicherte Veränderung der Zahl der Trockenperioden gibt. Das sagt die Wissenschaft. Dabei ist völlig unumstritten, dass wir heute häufiger Hitzewellen haben als früher. (Abg. Benedikt Oster, SPD: Die Atomkraft!) Wer aber über das Klima diskutieren will, der sollte den Unterschied zwischen kürzerer Hitze und lang anhaltender Trockenheit kennen. Vielen Dank. (Beifall der AfD –

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