Anke Beilstein
Herr Kollege Weber, es ist schön, dass Sie feststellen – das habe ich durchaus von den anderen Rednern gehört –, dass wir uns zumindest im Ziel einig sind. Das ist schon einmal ein erster Schritt. Was ich allerdings korrigieren möchte, ist an der Stelle ganz klar Ihre Aussage, dass wir nicht auf dem aktuellen Stand seien. Das Gegenteil ist der Fall. Das habe ich in meiner Eingangsrede auch genau so rübergebracht, weil ich es erwartet habe. Selbstverständlich ist mir dieses – in Anführungsstrichen – Programm CHANCEN@lernen.rlp bekannt. Selbstverständlich habe ich die Ausführungen im entsprechenden Bildungsausschuss im Oktober zur Kenntnis genommen. Ich habe im Übrigen eben gesagt, was sich dahinter verbirgt, zum Beispiel auch Feriencamps und außerschulische Förderangebote. Das ist alles klar. Herr Weber, der Punkt ist nur, es geht nicht nur um das persönliche Nachholen und das, was Kinder in der Zeit in ihrer persönlichen Entwicklung nicht tun konnten. Es geht schlicht und ergreifend auch um Lerndefizite. Die können und werden sich in der weiteren Schullaufbahn oder später in der Ausbildung zu einem Klotz am Bein entwickeln, weil grundlegende Dinge einfach als Lücke da sind. Sie wieder neu zu erarbeiten, bedarf befähigter Lehrkräfte und Personen, die das gelernt haben. Dafür genügt keine studentische Nachhilfe. Auch alle anderen, die sich gerne einbringen, um das Drumherum ein Stück weit zu gestalten, sind sehr lobenswert, aber es hilft an dieser Stelle nicht. Wenn Sie sagen, Aufstockung des Personals ist erledigt, ist auch das ein Trugschluss. Was zum Beispiel an PES-Kräften eingestellt wird, sind mitnichten fertig ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, die für diese Aufgabe dringend notwendig wären. (Abg. Michael Frisch, AfD: So ist es! Genau so! Jawohl!) Genau das beabsichtigt unser Antrag. Es war mir sehr wichtig, diesen Unterschied noch einmal deutlich zu machen. (Beifall der CDU sowie der Abg. Patrick Kunz, FREIE WÄHLER, und Martin Louis Schmidt, AfD)
