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Sven Teuber

SPD 20.01.2022 Sitzungen 18/15

Ich bin entsetzt, was Sie hier für ein Bild von Unterricht darstellen. (Heiterkeit bei der AfD) Lehrerzentrierter Unterricht führt also allein dazu, dass Schülerinnen und Schüler etwas lernen. Was ist das für ein Quatsch. (Beifall der SPD und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sie haben noch nicht einmal ansatzweise Ahnung. Ich hätte mir gewünscht, dass Herr Frisch als Fachkraft wenigstens einmal eine Exkursion mit Ihnen in eine Schule gemacht hätte. – Sie brauchen keine Blaue Karte zu ziehen, Sie dürfen mir gleich so antworten. (Heiterkeit des Abg. Martin Haller, SPD, und des Abg. Marco Weber, FDP) Wie stellen Sie sich Schule vor? Bei Ihnen ist es wie den 50er-Jahren, nein, eigentlich noch viel früher wahrscheinlich. Da sitzen die Schülerinnen und Schüler in der Reihe, vorne sagt einer, wie die Wahrheit aussieht, alle anderen hören zu, gehen wieder nach Hause und haben alles verstanden. (Abg. Martin Haller, SPD: Und Fahnenappelle halten!) So funktioniert das Schulleben aber schon lange nicht mehr. Die Schule der Zukunft ist im Endeffekt ein Beispiel dafür, dass wir viele innovative Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung bieten. Ich nenne Ihnen einmal ein Beispiel in eigener Person. Mein Sozialkundeunterricht sah selten so aus, dass ich an die Tafel geschrieben habe, wer von wann bis wann Bundeskanzler gewesen ist, weil diese Zahlen anders zu lernen sind. Wie man Demokratie und Repräsentation lernen kann, haben wir zum Beispiel am Siebenpfeiffer-Gymnasium in Kusel dahin gehend vermittelt, dass wir, als es eine Demonstration von Nazis auf dem Marktplatz gab, mit einem „Stuhlgang“ (Beifall der AfD und bei den FREIEN WÄHLERN – Vereinzelt Heiterkeit im Hause) – jeder hat seinen Stuhl mitgenommen – auf den Marktplatz gegangen sind und uns angeschaut haben, was Demokratie ermöglicht – wozu Sie immer sagen, dass das gar nicht machbar ist –, und dann darüber gesprochen haben, warum die Nazis ihre Forderungen dort stellen und wie wir miteinander diskutieren können. Das sind außerschulische Lernorte. Wir brauchen Leben in der Schule und die Schule mitten im Leben. Wir brauchen nicht das, was Sie sagen: Einer steht vorne, trichtert Schülerinnen und Schülern Lernstoff ein, und am Ende schauen wir, was im Rahmen einer Klausur dabei herauskommt. (Zurufe der Abg. Martin Haller und Abg. Giorgina Kazungu-Haß, SPD) Das ist Lernen von vor-, vor-, vorgestern und genau das, was unsere Schülerinnen und Schüler gar nicht brauchen und was der Bewertung der Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer in unseren Schulen überhaupt nicht gerecht wird. Ich bin froh, (Glocke des Präsidenten) dass es unabhängig von Ihnen eine sozialdemokratische Bildungspolitik mit Ampel und mit vielen anderen Regierungen vorher gab und gibt und wir in dem Sinne unsere Kinder fortschrittlich bilden und auf das Leben vorbereiten und nicht allein auf ein dummes Zuhören und Abnicken dessen, (Glocke des Präsidenten) was vorne einer sagt, beschränken. Danke. (Beifall der SPD, des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der FDP)

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