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Dr. Joachim Streit

FREIE WÄHLER 11.11.2021 Sitzungen 18/10

Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich wünsche Ihnen einen guten Morgen. (Zurufe aus dem Hause: Morgen!) Wenn ich an einem solchen Morgen aus dem Westen nach Osten fahre, von der Eifel über die Mosel über den Hochmoselübergang auf den Hunsrück, und sehe über dem Hahn die Sonne aufgehen, dann weiß ich, wo das Herz des Hunsrücks schlägt. Mein Herz als jemand, der im Schatten zweier Flugplätze groß geworden ist, schlägt auch für den Hahn im Hunsrück. Ich will heute Morgen über Perspektiven, Chancen und Visionen sprechen. Ich möchte nicht darüber sprechen, dass man besser die Anteile nicht alle verkauft, sondern bis zum Ablauf der Frist 2023 behalten hätte, um auch Einfluss auf den Hahn zu haben. Ich will heute Morgen nicht darüber sprechen, dass die Beihilfen besser hätten kontrolliert werden müssen, damit die Infrastruktur erhalten worden wäre, und nicht darüber, dass der LBM jetzt das Flugvorfeld sperren musste, weil der Beton bröselig ist und Flugzeuge nicht mehr selbstständig über das Vorfeld fahren können und gezogen werden müssen. Ich will nicht darüber sprechen, dass man im Optionsvertrag über die weiteren Flächen ein Rückfallrecht einbauen musste und auslösen sollte, damit die Flächen auch in unserer Hand vor Ort, in der kommunalen und der staatlichen Familie, bleiben. Ich will darüber reden, was es an Chancen für den Flugplatz Hahn gibt. Ich schaue zuerst nach Süden, nach Bayern, und zwar nach Burghausen. Dort gibt es eine Anlage gemeinsam von Siemens, Lufthansa und der TU München mit dem Campus Straubing. Man hat dort eine Power-to-Liquid-Anlage hergestellt, um gemeinsam mit dem Flughafen München eine Dekarbonisierung zu betreiben und grünes Kerosin herzustellen. Ich schaue vom Süden dann nach Norden, nämlich nach Werlte. Viele von Ihnen kennen die Plattform atmosfair. Wenn man fliegt, kann man dort seinen CO -Fußabdruck – na ja – bilanzieren und ausgleichen, indem man entsprechend der CO -Emissionen einen Ausgleich bezahlt. Atmosfair als Nichtregierungsorganisation investiert dann dieses Geld. Atmosfair hat jetzt auch gemeinsam mit Siemens im letzten Monat eine Anlage in Werlte errichtet. Die Bundesumweltministerin war bei der Einweihung dabei und hat von einem hervorragenden Projekt gesprochen. Dort will man für den Hamburger Flugplatz grünes Kerosin erzeugen. Wenn ich jetzt vom Süden und Norden sprach, dann ist die Frage, was ist mit dem Hahn und was ist mit einer Wasserstoffstrategie für Rheinland-Pfalz? Karsten Tacke von der Landesvereinigung Unternehmerverbände gab mir bei der Frage Wasserstoffstrategie mit auf den Weg und sagte, wir Unternehmen stehen bereit. Ich gebe Ihnen jetzt einmal verschiedene Städte: Wörth, Boppard, Windhausen/Landkreis Neuwied, Wittlich, Kaiserslautern. Was fällt Ihnen dazu ein? Ja gut, bei Kaiserslautern sage ich dann Opel, bei Wörth Mercedes, Wittlich haben wir auch MAN, und das andere sind Baumaschinenhersteller. Auch diese Hersteller von Trucks, Lkws und Baumaschinen haben ein Interesse daran, dass Rheinland-Pfalz eine Wasserstoffstrategie verfolgt. Wo wäre dann Wasserstoff verbunden mit Fliegen besser aufgehoben als auf dem Hahn, um den Hahn zum ersten klimaneutralen Frachtflughafen in Deutschland zu machen? Das sollte unsere Vision in Rheinland-Pfalz sein. (Beifall der FREIEN WÄHLER) Es gibt Fluggesellschaften, die in der Krise viel Geld erhalten haben. Die Lufthansa engagiert sich auch an anderer Stelle. Auch hier ist die Wirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz gefragt, dieses Bündel zusammenzuschnüren und die Unternehmen aus Rheinland-Pfalz mit den Forschern aus Deutschland, mit den Flug- und Frachtunternehmen aus Deutschland oder die Deutschland bedienen wollen zusammenzubringen. Das ist dann auch eine Strategie für die Industrie und die Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Der Hahn ist das Herz des Hunsrücks. (Glocke des Präsidenten) Dieses Herz muss weiter schlagen. (Beifall der FREIEN WÄHLER)

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