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Dr. Joachim Streit

FREIE WÄHLER 23.09.2021 Sitzungen 18/8

Herr Präsident, liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Müller, wenn es mit der Zeit nicht so klappt, hier ist eine Uhr, auf die kann man schauen. Ich erzähle einmal aus der Praxis. Vorhin ist angesprochen worden, dass auch Menschen, die in unser Land geflüchtet sind, in die Berufsausbildung zu bringen sind. Ich kann mich noch gut daran erinnern, nach dem Jahr 2015, als die Berufsbildende Schule Bitburg händeringend versuchte, mit dem Land zu erreichen, dass Jugendliche, die nach Deutschland gekommen sind und älter als 16 Jahre waren, auch der Schulpflicht unterliegen. Das ist nicht geschehen. Da ist ein Potenzial verloren gegangen. Frau Stuppy, da braucht man sich jetzt nicht hinzustellen und zu sagen, wir sollen Flüchtlinge oder Menschen aus anderen Ländern hierherwerben. Wir haben sicherlich Potenzial in der Europäischen Union. Wir haben diese Woche mit dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft zusammengesessen, der bei uns in der Region Eifel/Mosel/Hunsrück immer stärker wächst. Wir haben ein Büro in Italien eröffnet. In den Mittelmeerländern, in Portugal, Spanien, Italien, sind Jugendliche nach der Schulausbildung zu 30, 40, 50 % arbeitslos. Sie sind aber arbeitswillig. Sie haben natürlich ein bisschen Angst vor Deutschland, vor den Temperaturen, vielleicht auch vor unserer Genauigkeit und – das haben wir von den Italienern gehört – vor dem Essen. Wir haben es aber geschafft. Die ersten Italiener kommen jetzt in den Vulkaneifelkreis. (Abg. Marco Weber, FDP: Sehr gut, Vulkaneifel! Ein guter Kreis!) Damit ist ein Weg eröffnet, dass man innerhalb der EU aus Bereichen mit einer hohen Arbeitslosigkeit Menschen zur Arbeit hinbringt. Hier sind natürlich die Unternehmen, aber auch die Kammern, die IHK, die HWK, gefordert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich Anfang der 2010er-Jahre all diese zusammengerufen habe, weil in Bitburg eine große Liegenschaft leerfiel, nämlich die Bitburger Housing, mit mehr als 1.000 Wohnungen. Da habe ich gesagt, (Glocke des Präsidenten) lasst uns doch Jugendliche hier ausbilden, innerhalb von Jahreskursen; denn es gibt überall in den Landkreisen Berufsbildungszentren. Die Bundesagentur stellt wegen der geringen Arbeitslosigkeit diesen Berufsbildungszentren keine Mittel mehr zur Verfügung. Hier wäre eine weitere Aufgabe für die Zukunft, (Glocke des Präsidenten) um das heimische Handwerk zu stützen. (Beifall der FREIEN WÄHLER)

Alle Reden von Dr. Joachim Streit Protokoll ↗