Jens Guth
Und passend!) Die schrecklichen Ereignisse vom 14. und 15. Juli sind nicht nur individuellem Versagen und punktuellen Mängeln geschuldet, sondern sie werfen auch ein bezeichnendes Licht auf den Zustand unseres Landes. Die Bundesrepublik galt lange Zeit als Vorzeigestaat in Sachen Verwaltung, Organisation und politischer Führung. Doch damit ist es offensichtlich vorbei. Das hat nicht nur diese Katastrophe gezeigt: Abmontierte oder funktionsuntüchtige Sirenen, keine Radiodurchsagen, kein brauchbares System für Warnbotschaften über Lautsprecher oder Mobilfunk, mangelhafte Koordination insbesondere der vielen freiwilligen Hilfskräfte, Ausrüstung und Personalstärke von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Technischem Hilfswerk vielfach nicht mehr auf dem Stand der Technik und den gestiegenen Anforderungen angemessen. Politiker rücken lieber mit Gummistiefeln zu öffentlichkeitswirksamen Presseterminen aus, als sich in die Niederungen von Organisation, Prävention und konkreter Gefahrenabwehr zu begeben. Sie retten mit großem Pathos die Welt und vergessen die vielfältigen Probleme im eigenen Land. Derweil packen die Bürger an und bewältigen die Krise über alle politischen und sonstigen Grenzen hinweg. Während Deutschlands staatliche Strukturen mit dem Ernstfall zunehmend überfordert sind, funktionieren Bürgersinn, Gemeinschaftsgeist und selbstverständliches Eintreten für einander immer noch. Das macht Hoffnung für die Zukunft. (Beifall der AfD) So möchte ich mit einem Satz schließen, den die Journalistin Martina Meckelein eine Woche nach der Katastrophe in der Jungen Freiheit schrieb – ich zitiere –: „Und wer auf den Autobahnen die Kolonnen von Helfern sieht, seien es Feuerwehr, THW, Spediteure oder Bauern auf Traktoren, der ist stolz auf dieses Volk. Es wirkt wie eine Prozession: den Toten zum Gedächtnis – den Regierenden zum Trotz.“ Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall der AfD)
