Christian Baldauf
Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir sind zutiefst erschüttert. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die in den Fluten ihr Leben verloren haben, und unsere Hoffnungen gelten denen, die vermisst und zur Stunde in Gefahr sind, wie auch Sie es gerade angeführt haben. Unser Beileid gilt den Angehörigen, die trauern oder verzweifelt um ihre Lieben bangen. Wirklich dramatisch ist die Situation in Schuld. Einwohner sitzen auf Dächern, Einsatzkräfte kommen kaum durch die Strömungen hindurch. Meine sehr geehrten Damen und Herren, während wir gestern hier im Saal debattierten, hat sich in einigen Landesteilen eine Katastrophe angebahnt. An der Ahr, in der Eifel, im Hunsrück: Menschen ringen um ihr Leben, um ihre Häuser, ihre Straßen. Sie haben Angst vor den nächsten Stunden und Tagen, vor weiterem Dauerregen und Schlamm und weiteren Wassermassen. Überall im Land steigen die Pegel. So Gott will, steigen sie nicht noch weiter. Unser Dank geht von hier aus an alle Einsatz- und Rettungskräfte sowohl aus den betroffenen Kreisen als auch an all diejenigen, die zur Unterstützung aus anderen Kreisen angefordert wurden. Kollege Vogt hat uns vorhin mitgeteilt, dass auch aus dem Mittelrhein Einsatzkräfte in den Norden fahren. Unsere ehren- und hauptamtlichen Feuerwehren, unsere weißen Helfer, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser, Johanniter, Arbeiter-Samariter-Bund und viele andere, unser Technisches Hilfswerk, unsere Polizei, unsere Bundeswehr, sie haben sich heute Nacht auf den Weg gemacht, um anderen zu helfen, um Leben zu retten und noch Schlimmeres zu verhindern. Unser Dank und unsere Wertschätzung richten sich aber auch an alle Bürgerinnen und Bürger, die Betroffenen helfen und vor Ort tätige Unterstützung leisten. Diese Solidarität, Gemeinschafts- und Nachbarschaftshilfe wird in den kommenden Tagen wichtig sein. Kollegen aus den Fraktionen sind nach Hause geeilt oder heute gar nicht hierhergekommen. Uns erreichen bedrückende Schilderungen, und wir sagen allen Betroffenen: Sie sind nicht allein. Wir stehen Ihnen zur Seite, so gut wir es können. Deshalb ist unser Platz heute nicht im Plenum. Der normale Sitzungsablauf sollte hinter die Ereignisse zurücktreten. Ich bin dankbar, dass wir uns darin völlig einig sind. Noch ist das Ausmaß der Unwetterkatastrophe nicht absehbar. Mit Sorge blicken wir auf die Vorhersagen des Wetterdienstes. In Dörfern und Städten, an Flüssen und Bächen im Land wird gerade fieberhaft versucht, Schutzmaßnahmen zu treffen. Deshalb ist jetzt nicht die Stunde politischer Diskussionen, aber wir werden uns natürlich – Sie haben es angesprochen – intensiv mit weiteren Konzepten für den Hochwasserschutz und natürlich auch für eine Hilfe, die vor Ort wirkt, befassen und überlegen müssen, was wir seitens der Politik für noch mehr Sicherheit tun können. All denjenigen, die schon jetzt Angehörige verloren haben, gilt unser tiefes Mitgefühl und unser Beileid. (Beifall der CDU sowie bei der SPD, bei der FDP und bei dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
